Kostenlose KI-Apps zum Lernen im Vergleich: Wo die Free-Tarife von ChatGPT, NotebookLM, Quizlet, Anki und Learnboost enden - und wie du sie kombinierst.

"Drei ist die verbreitete Gratis-Grenze fuer Datei-Uploads: genug zum Testen, zu wenig fuer ein Semester."
„Kostenlos" steht in jedem App-Store-Eintrag, und trotzdem stehst du nach drei Uploads vor einer Bezahlschranke. Das liegt nicht an dir, sondern daran, dass die meisten Lern-Apps ihre Gratis-Grenzen nirgends gut sichtbar aufschreiben. Wer im Studium mit einem knappen Budget durch die Klausurphase kommen will, muss deshalb wissen, wo genau bei welchem Werkzeug Schluss ist — und welche Aufgabe sich in welchem Free-Tarif noch vollständig erledigen lässt. Dieser Artikel sammelt die Grenzen, die die Anbieter selbst dokumentieren, und zeigt, wie du sie sinnvoll kombinierst.
Bevor du Tarife vergleichst, lohnt die Unterscheidung. Es gibt drei Modelle, und sie verhalten sich in der Klausurphase völlig unterschiedlich:
Der praktische Unterschied: Bei Modell eins scheiterst du nie an einer Schranke, sondern nur an deiner Zeit. Bei Modell zwei musst du dein Kontingent planen wie ein Budget. Bei Modell drei funktioniert das Lernen, es ist nur unbequemer.
Die folgende Übersicht enthält ausschließlich Grenzen, die die Anbieter selbst veröffentlichen. Alles, was nicht dokumentiert ist, steht auch nicht in der Tabelle — Limits ändern sich, und geschätzte Zahlen helfen dir beim Planen nicht.
| Werkzeug | Modell | Was kostenlos geht | Wo die dokumentierte Grenze liegt |
|---|---|---|---|
| Anki | freie Software | Karteikarten, Wiederholungsalgorithmus, Synchronisation über AnkiWeb | Computer-Version und AnkiDroid sind kostenlos, die iPhone- und iPad-App AnkiMobile ist kostenpflichtig |
| ChatGPT | Freemium | Chat, Erklärungen, Textarbeit, Datei-Uploads in begrenztem Umfang | 3 Datei-Uploads pro Tag, 500 MB Speicher in der Bibliothek, begrenzter Modellzugang innerhalb eines Fünf-Stunden-Fensters |
| NotebookLM | Freemium | Quellen hochladen, befragen, Audio-Überblicke erzeugen | 100 Notebooks, 50 Quellen je Notebook, 50 Chat-Abfragen pro Tag, 3 Audio-Übersichten pro Tag |
| Quizlet | Funktionssperren | Karteikarten-Sets anlegen und im Karteikartenmodus lernen | Der Learn-Modus steht ohne Abo nur für eine begrenzte Zahl von Runden pro Set zur Verfügung |
| StudySmarter | werbefinanziert | Karteikarten und Lerninhalte nutzen | Werbefreiheit, Offline-Karteikarten, CSV-Export, unbegrenzte Lernsets, erweiterte Suche und unbegrenzter KI-Chat sind Premium vorbehalten |
| Learnboost | Freemium | Zusammenfassungen, Lernkarten, Podcasts, Mindmaps, Probeklausuren und Tutor-Chat mit den eigenen Unterlagen | 3 Dokumente je Funktion, begrenzte Tutor-Nachrichten pro Monat |
Eine Zahl fällt beim Vergleich auf: Drei ist die verbreitete Gratis-Grenze für Datei-Uploads. Das ist kein Zufall, sondern die Menge, die reicht, um ein Werkzeug ernsthaft zu testen — und zu wenig, um ein ganzes Semester damit zu bestreiten.
Für das erste Durchdringen eines Kapitels reichen die kostenlosen Tarife fast immer. Drei Datei-Uploads pro Tag klingen knapp, entsprechen aber drei Vorlesungsskripten — mehr arbeitest du an einem Tag ohnehin selten sauber durch. Die Grenze wird erst zum Problem, wenn du am Tag vor der Klausur zwölf Kapitel gleichzeitig verarbeiten willst. Plane die Uploads deshalb über die Woche, nicht über den Abend.
Hier ist die Lage am entspanntesten, weil es mit Anki eine dauerhaft kostenlose Vollversion gibt. Der Haken ist der Aufwand: Anki erzeugt keine Karten, es verwaltet sie. Du schreibst jede Karte selbst. Wenn du die Karten automatisch aus deinen Unterlagen ziehen lassen willst, landest du bei den Freemium-Werkzeugen und damit wieder bei Kontingenten. Eine gangbare Kombination ist deshalb: Karten einmal automatisch erzeugen, exportieren, und das tägliche Wiederholen in einem kostenlosen Karteikartenprogramm erledigen. Achte dabei auf den Export — bei manchen Anbietern ist genau der die Premium-Funktion.
Audio ist die Funktion, bei der die Gratis-Grenzen am schnellsten greifen: drei Audio-Übersichten pro Tag sind bei NotebookLM dokumentiert, andere Anbieter deckeln über das Dokumentenkontingent. Für das Pendeln reicht das, für die Vertonung eines kompletten Semesters nicht. Dasselbe gilt für Probeklausuren und Tutor-Chats — sie sind in Free-Tarifen fast immer der erste Punkt, an dem eine Zahl auftaucht.
Abstrakte Limits sagen wenig. Rechne deshalb einmal konkret durch, was ein typisches Semester im Studium an Material bedeutet. Angenommen, du schreibst vier Klausuren, und jedes Modul bringt rund acht Vorlesungsskripte mit — das sind 32 Dokumente, die du bis zur Prüfung aufbereiten willst.
Gegen ein Kontingent von drei Dokumenten je Funktion gerechnet, kommst du damit offensichtlich nicht durch, wenn du alle 32 automatisch zusammenfassen lassen willst. Gegen ein Tageslimit von drei Uploads gerechnet, sieht es anders aus: 32 Dokumente entsprechen elf Arbeitstagen. Bei einer Vorbereitungszeit von sechs Wochen ist das bequem machbar — vorausgesetzt, du fängst früh an und arbeitest verteilt statt am Stück.
Daraus folgt die eigentliche Regel für kostenlose Tarife: Monatliche oder einmalige Kontingente zwingen dich zur Auswahl, tägliche Kontingente zwingen dich zur Planung. Das zweite Problem lässt sich mit einem Kalender lösen, das erste nicht. Prüfe deshalb vor allem, welcher Typ von Grenze bei deinem Werkzeug greift — diese Unterscheidung ist wichtiger als die Höhe der Zahl.
Und sei ehrlich bei der Ausgangsfrage: Nicht jedes Skript muss aufbereitet werden. Wenn du die 32 Dokumente auf die zwölf reduzierst, die wirklich klausurrelevant sind, passt die Rechnung in fast jedem Free-Tarif — und du sparst dir die Arbeit gleich mit.
Drei Signale sind zuverlässig. Erstens: Du legst Zweitkonten an, um Kontingente zu strecken — das verstößt in der Regel gegen die Nutzungsbedingungen und kostet dich mehr Zeit als Nutzen. Zweitens: Du verbringst mehr Zeit mit dem Umgehen von Limits als mit dem Stoff. Drittens: Du kannst deine Inhalte nicht exportieren und sitzt in einem Werkzeug fest, das du eigentlich nur testen wolltest.
Umgekehrt gilt: Wenn du pro Woche zwei bis drei Kapitel aufbereitest, deine Karten selbst pflegst und Audio nur gelegentlich nutzt, kommst du mit kostenlosen Tarifen sehr weit. Ein Abo lohnt sich nicht durch mehr Funktionen, sondern durch weniger Reibung — und die entsteht erst ab einem bestimmten Stoffvolumen.
Wenn du dich doch für ein Abo entscheidest, vergleiche nicht die Monatspreise, sondern die Laufzeit dahinter. Bei Learnboost etwa kostet der flexible Monatstarif 14,95 € monatlich, während der Jahrestarif bei 69,90 € für zwölf Monate liegt — der Unterschied pro Monat ist erheblich, die Bindung aber auch. Rechne deshalb mit deiner tatsächlichen Nutzungsdauer: Wer nur die Klausurphase überbrücken will, fährt mit dem flexiblen Tarif oft günstiger als mit dem rechnerisch billigsten. Prüfe zusätzlich, ob dein Werkzeug einen Studierendenrabatt anbietet und wie die Kündigungsfrist aussieht.
Nimm dir zehn Minuten und beantworte drei Fragen: Wie viele Dokumente muss ich bis zur Klausur aufbereiten? Welche Aufgabe kostet mich davon am meisten Zeit — Zusammenfassen, Karten bauen oder Abfragen? Und komme ich mit dem dokumentierten Gratis-Kontingent des Werkzeugs, das diese Aufgabe löst, bis zum Prüfungstermin? Wenn ja, brauchst du kein Abo. Wenn nein, weißt du jetzt genau, wofür du zahlst.
Wie du aus deinen Skripten in wenigen Schritten brauchbare Lernunterlagen machst, zeigt der Leitfaden zum Erstellen perfekter Lernzettel mit KI. Und wenn du zuerst den Zeitplan brauchst, in den das alles passen soll, hilft dir die Seite zum Lernplan erstellen mit KI — dort kannst du deine Unterlagen hochladen und im Free-Tarif drei Dokumente je Funktion kostenlos ausprobieren, bevor du dich für irgendetwas entscheidest.
Dauerhaft und ohne Kontingent kostenlos ist vor allem Anki: Die Computer-Version fuer alle grossen Plattformen und die Android-App AnkiDroid sind gratis, die iPhone- und iPad-App AnkiMobile ist kostenpflichtig. Anki erzeugt aber keine Inhalte, sondern verwaltet Karten, die du selbst schreibst. Werkzeuge, die aus deinen Unterlagen automatisch Material erstellen, arbeiten praktisch alle mit Freemium-Kontingenten.
Das haeufigste dokumentierte Limit ist drei. Bei ChatGPT sind es drei Datei-Uploads pro Tag im Free-Tarif, bei Learnboost drei Dokumente je Funktion. NotebookLM zaehlt anders und erlaubt im kostenlosen Tarif 100 Notebooks mit je 50 Quellen, deckelt dafuer die Nutzung auf 50 Chat-Abfragen und 3 Audio-Uebersichten pro Tag.
Karteikarten-Sets anlegen und im Karteikartenmodus lernen geht weiterhin ohne Abo. Der Learn-Modus steht ohne Quizlet-Abo laut Hersteller-Support nur fuer eine begrenzte Zahl von Runden pro Set zur Verfuegung. Fuer reines Wiederholen reicht der kostenlose Zugang, fuer die adaptiven Lernmodi brauchst du ein Abo.
Laut dem offiziellen Support-Center sind werbefreies Lernen, Offline-Karteikarten, der CSV-Export, unbegrenzte Lernsets, die erweiterte Suche und der unbegrenzte Chat mit dem KI-Assistenten der Premium-Version vorbehalten. Die Basisnutzung mit Karteikarten und Lerninhalten bleibt kostenlos, aber werbefinanziert und in der Zahl der Sets begrenzt.
Wenn du regelmaessig gegen dieselbe Grenze laeufst und mehr Zeit mit dem Umgehen von Limits verbringst als mit dem Stoff. Ein guter Test ist die Rechnung vor der Klausurphase: Zaehle die Dokumente, die du bis zur Pruefung aufbereiten musst, und vergleiche sie mit dem Gratis-Kontingent. Liegt deine Zahl deutlich darueber, ist ein Monatsabo meist guenstiger als der Aufwand fuer Workarounds.