Welche Angaben gehören aufs Deckblatt? Pflichtangaben für Hausarbeit und Bachelorarbeit, die Unterschiede je Arbeitstyp und wo die Vorgaben stehen.

"Ein Deckblatt ist kein Cover, sondern ein Formular: Es identifiziert eine Prüfungsleistung."
Das Deckblatt ist die einzige Seite deiner Arbeit, die jeder Prüfer garantiert liest — und die einzige, auf der ein Fehler sofort auffällt. Falsche Matrikelnummer, vergessener Zweitgutachter, ein Abgabedatum, das nicht zur Frist passt: Das sind keine inhaltlichen Mängel, sondern formale, und genau die kosten am Ende Punkte oder Nerven im Prüfungsamt. Die gute Nachricht: Die Pflichtangaben sind überschaubar und je nach Arbeitstyp klar geregelt. Dieser Artikel zeigt dir, was drauf muss, was sich zwischen Hausarbeit und Abschlussarbeit unterscheidet und wo die für dich verbindlichen Vorgaben stehen.
Ein Deckblatt ist kein Cover, sondern ein Formular. Seine Aufgabe ist die eindeutige Identifikation einer Prüfungsleistung: Wer hat was, bei wem, in welchem Rahmen und bis wann eingereicht? Der Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen formuliert das nüchtern: Das Titelblatt enthalte „die wichtigsten Informationen über die vorliegende Arbeit".
Daraus folgen drei praktische Konsequenzen:
Der Titel ist dabei der Punkt mit dem größten Risiko. Bei Abschlussarbeiten ist das Thema mit der Anmeldung festgelegt, und das Deckblatt ist die Stelle, an der eine Abweichung sichtbar wird. Wenn sich dein Thema während der Bearbeitung verschoben hat und der Arbeitstitel nicht mehr passt, kläre vor der Abgabe mit deiner Betreuung, welche Fassung auf das Deckblatt kommt — nicht danach. Bei Hausarbeiten hast du in der Regel mehr Spielraum, weil der Titel nicht amtlich hinterlegt ist; auch dort sollte er aber zu dem passen, was in der Arbeit tatsächlich untersucht wird.
Die folgende Tabelle fasst zusammen, was Hochschulleitfäden übereinstimmend verlangen. Die linke Spalte ist der gemeinsame Nenner; die beiden rechten zeigen, wo sich Seminar- und Abschlussarbeiten unterscheiden.
| Angabe | Hausarbeit / Seminararbeit | Bachelor- / Masterarbeit |
|---|---|---|
| Hochschule, Fakultät bzw. Institut | Pflicht | Pflicht |
| Studiengang | Pflicht | Pflicht |
| Art der Arbeit | „Hausarbeit" / „Seminararbeit" | „Bachelorarbeit" / „Masterarbeit" |
| Titel (und ggf. Untertitel) | Pflicht | Pflicht, wortgleich zur Anmeldung |
| Name der Verfasserin / des Verfassers | Pflicht | Pflicht |
| Matrikelnummer | Pflicht | Pflicht |
| Kontaktdaten (E-Mail, ggf. Anschrift) | meist verlangt | meist verlangt |
| Fachsemester | häufig verlangt | seltener verlangt |
| Lehrveranstaltung und Dozent/in | Pflicht | entfällt |
| Semester der Veranstaltung | Pflicht | entfällt |
| Erstgutachter/in bzw. Betreuung | Dozent/in der Veranstaltung | Pflicht, mit akademischem Titel |
| Zweitgutachter/in | entfällt | Pflicht |
| Bearbeitungsdauer | entfällt | häufig verlangt |
| Abgabedatum | Pflicht | Pflicht |
| Sperrvermerk | entfällt | nur bei Vertraulichkeit |
Wichtig: Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Ordnung. Verbindlich ist immer das Dokument deines Fachbereichs — dazu unten mehr.
Bei Seminarleistungen steht die Einordnung in die Lehrveranstaltung im Vordergrund. Das Merkblatt für Hausarbeiten der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld sortiert die Angaben räumlich: oben links Universität, Fakultät, Studiengang, Name der Lehrveranstaltung, Name der Dozentin oder des Dozenten, Art der Leistung und Semester; in der Mitte Titel und gegebenenfalls Untertitel; unten links Vor- und Nachname, Kontaktdaten, Matrikelnummer und Fachsemester.
Der Leitfaden des Instituts für Sinologie und Ostasienkunde der Universität Münster ordnet praktisch identisch — oben Universität, Institut, Titel der Veranstaltung, Name der Lehrkraft und Semester, in der Mitte der Arbeitstitel, unten Verfasserin oder Verfasser, E-Mail, Studiengang, Fachsemester, Matrikelnummer und Datum der Abgabe. Zwei Fächer, zwei Hochschulen, dasselbe Muster: Das ist der belastbare Standard für Hausarbeiten.
Die häufigste Lücke in der Praxis ist die Art der Leistung. „Hausarbeit", „Essay", „Studienleistung", „Prüfungsleistung" — das ist für die Bewertung relevant, weil daran Umfang und Anforderungen hängen. Wenn deine Prüfungsordnung zwischen Studien- und Prüfungsleistung unterscheidet, gehört diese Unterscheidung aufs Deckblatt.
Bei Abschlussarbeiten tritt die Veranstaltung in den Hintergrund, dafür kommen die Prüfenden dazu. Der Bremer Leitfaden verlangt neben Thema, Art der Arbeit und dem betreuenden Lehrstuhl ausdrücklich den Namen der Erstgutachterin oder des Erstgutachters, bei Bachelor- und Masterarbeiten zusätzlich die Zweitbegutachtung sowie die Bearbeitungsdauer.
Die formalen Hinweise zur Abschlussarbeit des Prüfungsausschusses Bekleidung – Technik und Management an der HAW Hamburg (Stand 10/2025) führen dieselbe Linie und ergänzen einen Punkt, den viele übersehen: den Sperrvermerk, falls zutreffend. Wenn du deine Arbeit mit einem Unternehmen schreibst und darin vertrauliche Daten stehen, wird der Sperrvermerk auf oder direkt nach dem Deckblatt platziert. Er ist keine Formalie, sondern die Grundlage dafür, dass die Arbeit nicht in die Bibliothek oder in die Einsichtnahme durch Dritte geht. Kläre das früh mit Betreuung und Unternehmen — nachträglich lässt sich eine bereits eingereichte Arbeit nur schwer sperren.
Zweiter typischer Stolperstein: akademische Titel. Bei Gutachterinnen und Gutachtern gehören sie in der an deiner Hochschule üblichen Form aufs Deckblatt. Die HAW-Hinweise verlangen ausdrücklich „Namen und akademische Titel der Erst- und Zweitgutachter*innen". Schreib sie ab, statt sie aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.
Zwischen Seminarleistung und Abschlussarbeit liegt eine dritte Gruppe: Projektarbeiten, Praktikums- und Laborberichte. Der Bremer Leitfaden behandelt sie zusammen mit den Seminararbeiten und verlangt zusätzlich den Namen des Projektes. Für Berichte aus der Praxis heißt das sinngemäß: Neben den Standardangaben gehört auf das Deckblatt, worauf sich der Bericht bezieht — also Praktikumsstelle beziehungsweise Projekt, der Zeitraum und die betreuende Person an der Hochschule. Welche Struktur danach folgt, steht im Ratgeber zum Praktikumsbericht.
Alles oben Genannte ist der gemeinsame Nenner. Verbindlich ist er nicht — verbindlich ist, was dein Fachbereich schreibt. Prüfe in dieser Reihenfolge:
Wenn Vorgaben sich widersprechen, gilt die speziellere: Institutsleitfaden schlägt allgemeine Handreichung, Vorlage des Prüfungsamts schlägt beides.
Kurz vor der Abgabe reicht ein Durchgang mit dieser Liste:
Das Deckblatt ist in zehn Minuten erledigt, wenn der Rest der Arbeit sauber steht. Wie du davor Struktur in die Arbeit bekommst, zeigt der Ratgeber zur Gliederung von Hausarbeit und Bachelorarbeit; wie du Anhang und Verzeichnisse korrekt anlegst, steht im Ratgeber zum Anhang der Bachelorarbeit.
Und wenn die Formalia sitzen, aber der Stoff drängt: Mit Learnboost lädst du Skripte und Literatur hoch und bekommst daraus Zusammenfassungen, Karteikarten und Probefragen — damit die Zeit, die du am Deckblatt sparst, in die Klausurvorbereitung fließt.
Hochschule und Fachbereich, Studiengang, Art der Arbeit, Titel, dein Name mit Matrikelnummer, die betreuende Person und das Abgabedatum. Bei Hausarbeiten kommen Lehrveranstaltung, Dozentin oder Dozent und Semester dazu, bei Abschlussarbeiten die Zweitbegutachtung. Verbindlich ist immer der Leitfaden deines Fachbereichs.
Ja, sie wird in den Hochschul-Leitfäden durchgängig verlangt, weil sie die Arbeit eindeutig deinem Prüfungskonto zuordnet. Prüfe sie Ziffer für Ziffer und übernimm sie aus dem Studierendenportal statt aus dem Gedächtnis.
Nein. Nach dem Leitfaden der Universität Bremen wird das Deckblatt zwar mitgezählt, trägt aber selbst keine Seitenzahl. Das Inhaltsverzeichnis erhält deshalb in der Regel die römische II, ab der Einleitung wird in arabischen Ziffern ab 1 gezählt.
Nur wenn deine Hochschule es ausdrücklich erlaubt. Die Freie Universität Berlin untersagt in ihrem Leitfaden zur Logonutzung die Verwendung des Logos auf Abschlussarbeiten, andere Hochschulen erlauben sie genau dann, wenn du ihre offizielle Vorlage unverändert nutzt. Ohne geprüfte Freigabe lässt du das Logo weg.
Ein Sperrvermerk kennzeichnet die Arbeit als vertraulich und verhindert, dass sie Dritten zugänglich gemacht wird. Nötig ist er, wenn du mit einem Unternehmen zusammenarbeitest und interne Daten verwendest. Die formalen Hinweise der HAW Hamburg führen ihn als Deckblattangabe, falls zutreffend. Kläre ihn vor der Abgabe mit Betreuung und Unternehmen.