StudyGlen macht aus PDFs, Fotos und YouTube-Videos Quizze und Karteikarten. Was das Tool im Studium leistet, was es kostet und wo es aufhört.

"Ein Credit ist ein Quiz — rechne vor dem Kauf nach, wie viele Kapitel du wirklich abfragen willst."
Du hast ein 90-seitiges Skript vor dir und zwei Wochen bis zur Klausur. Dich selbst abzufragen wäre der wirksamste Schritt — aber Fragen von Hand zu bauen kostet Stunden, die du nicht hast. Genau an dieser Stelle setzt StudyGlen an: Die Plattform erzeugt aus PDFs, Texten, Fotos und YouTube-Videos Quizze und Karteikarten. Dieser Artikel zeigt dir, was StudyGlen nach Angaben des Anbieters wirklich kann, was es kostet, wo die Grenzen für deutschsprachiges Studienmaterial liegen und wie du ein KI-Quiz prüfst, bevor du damit lernst.
StudyGlen ist eine Web-App mit begleitenden Apps für iPhone und Android, die Lernmaterial in Abfrageformate umwandelt. Betreiber ist nach eigener Angabe die Tuncay Technologies Ltd, registriert in England und Wales unter der Nummer 16869889, gegründet 2025. Das ist ein junges Unternehmen — ein Punkt, den du bei Tools einplanen solltest, in die du Lernzeit und Geld investierst.
Der Anbieter beschreibt das Ausgangsproblem selbst so: Aus einem langen Vorlesungs-PDF gute Übungsfragen zu machen, dauert von Hand Stunden, weshalb viele Lernende ihre Notizen lieber erneut lesen, statt sich abzufragen. Diese Diagnose deckt sich mit der Forschung. In der Übersichtsarbeit von Dunlosky und Kollegen (2013) erhielten von zehn geprüften Lerntechniken nur zwei die höchste Nutzenbewertung: Selbstabfrage (practice testing) und verteiltes Lernen (distributed practice). Zusammenfassen, Markieren und erneutes Lesen landeten dagegen in der niedrigsten Kategorie — also genau die Techniken, die Studierende am häufigsten einsetzen.
Interessant ist die Zielgruppenfrage. In Software-Verzeichnissen wird StudyGlen häufig als Werkzeug für Lehrkräfte geführt. Der Anbieter selbst nennt auf seiner Über-uns-Seite andere Zahlen: 76 Prozent der Anmeldungen seien Studierende und Schüler, 16 Prozent Lehrkräfte. Die Lehrkräfte veranstalten laut Anbieter allerdings 40 Prozent der Live-Quizze — die Funktion ist also stärker auf den Unterricht zugeschnitten als der Rest des Tools.
Die folgende Tabelle fasst zusammen, was der Anbieter auf seinen Funktions- und Produktseiten beschreibt.
| Bereich | Was es tut | Belegte Details |
| Quiz-Generator | Erzeugt Fragen samt Erklärung aus deinem Material | Multiple Choice, Wahr/Falsch, Lückentext und Kurzantwort; Generierung in rund 90 Sekunden; einzelne Fragen lassen sich neu erzeugen |
| Karteikarten | Baut Decks und plant die Wiederholung | Normale Karten und Lückentext-Karten (Cloze); Wiederholungsplanung per FSRS mit den Stufen Again, Hard, Good, Easy; Modi Smart, Sequential, Shuffle |
| Eingabeformate | Woraus du starten kannst | PDF (bis 20 MB, bis zu 5 Dateien gleichzeitig), eingefügter Text (bis 20.000 Zeichen), Bilder per Texterkennung, YouTube-Untertitel |
| Exporte | Material mitnehmen | PDF, Word, CSV, Anki und QTI — laut Anbieter kostenlos und unbegrenzt, ohne Credits; QTI für den Import in Canvas oder Moodle |
| Anki-Import | Bestehende Decks übernehmen | Import von .apkg- und .colpkg-Dateien, im Gratis-Tarif bis zu 20 Deck-Importe pro Tag |
| Live-Quiz | Abfrage in der Gruppe | Raumcode und Live-Rangliste nach Tempo und Trefferquote; Teilnehmende brauchen keinen Account |
| Lern-Comics | Stoff als Bildgeschichte | Fünf Stile (Cartoon, Anime, Aquarell, realistisch, Skizze), Szenen einzeln neu erzeugbar |
| Fortschritt | Überblick über den Lernstand | Dashboard mit Beherrschungsgrad, Behaltensrate, Lernsträhnen und „trouble cards" für gezielte Wiederholung |
Zwei Details sind praktisch wertvoller, als sie klingen. Erstens die freien Exporte: Du kannst ein Deck erzeugen und in Anki weiterlernen, ohne dauerhaft in der Plattform zu bleiben — das senkt das Risiko, Lernmaterial zu verlieren, wenn ein Anbieter seine Preise ändert oder verschwindet. Zweitens das FSRS-Verfahren: Dahinter steht der Free Spaced Repetition Scheduler, der auch in Anki als Alternative zum älteren SM-2-Algorithmus verfügbar ist und vorhersagt, wie wahrscheinlich du eine Karte vergisst. Verteiltes Wiederholen ist damit kein Marketingbegriff, sondern technisch umgesetzt.
StudyGlen rechnet nicht per Abo, sondern mit Credit-Paketen zum Einmalpreis. Ein Study-Credit entspricht laut Anbieter einem KI-Quiz oder einem KI-Karteikarten-Deck.
| Paket | Preis | Study-Credits | Comic-Credits |
| Mini | 4,99 US-Dollar | 10 | 1 |
| Starter | 9,99 US-Dollar | 30 | 3 |
| Plus | 24,99 US-Dollar | 100 | 5 |
| Pro | 49,99 US-Dollar | 300 | nicht ausgewiesen |
Der Gratis-Zugang umfasst nach Anbieterangabe ein Quiz oder ein Karteikarten-Deck pro Tag, einen Comic als einmalige Testmöglichkeit, zwei Neugenerierungen von Fragen pro Quiz und bis zu 20 Anki-Deck-Importe täglich. Credits verfallen nicht; ungenutzte Credits sind laut Anbieter innerhalb von 14 Tagen rückgabefähig.
Rechne ehrlich nach, bevor du kaufst: Ein Credit ist ein Quiz. Wenn du für eine Klausur acht Kapitel abfragen willst und pro Kapitel zwei Durchläufe brauchst, bist du bei 16 Credits — das Mini-Paket reicht dafür nicht. Die Preise sind in US-Dollar ausgewiesen, der Eurobetrag hängt also vom Wechselkurs und von Gebühren deiner Karte ab. Prüfe Preise vor dem Kauf immer auf der Anbieterseite; sie können sich ändern.
Hier liegt der kritische Punkt für dich als Studierende oder Studierender in Deutschland. Der Anbieter nennt 41 Lernsprachen und 13 Oberflächensprachen, listet die Sprachen aber nicht einzeln auf. Dass Deutsch dabei ist, ist bei dieser Zahl wahrscheinlich, aber nicht ausdrücklich belegt. Teste das deshalb im Gratis-Tarif mit einem echten Kapitel aus deinem Skript, bevor du Credits kaufst — ein Quiz pro Tag kostet dich nichts außer zehn Minuten.
Drei weitere Grenzen solltest du einplanen:
Zum Datenschutz gibt der Anbieter an, DSGVO-konform zu arbeiten, hochgeladenes Material nicht für das Training eigener Modelle zu nutzen und Daten nicht zu verkaufen. Das sind Selbstauskünfte. Bei fremdem Material — etwa Skripten, die deine Hochschule ausdrücklich nur intern bereitstellt — schau zusätzlich in die Nutzungsbedingungen deiner Uni, bevor du etwas hochlädst. Welche Regeln für den KI-Einsatz in Prüfungsleistungen gelten und wie du ihn korrekt angibst, klärt der Ratgeber KI im Studium: was erlaubt ist und wie du es angibst.
Dieser Schritt ist nicht optional, und er dauert weniger lang, als du denkst. Geh so vor:
Wenn du die Prüfschritte für Multiple-Choice-Material systematisch anwenden willst, findest du sie ausführlich in unserer Anleitung zu Multiple-Choice-Fragen und einer Probeklausur aus dem eigenen Skript. Für den Weg vom PDF zum Kartenstapel haben wir die Einzelschritte in der Anleitung Karteikarten aus PDF erstellen zusammengestellt.
Passt, wenn du einzelne Kapitel schnell in Abfrageformate bringen willst, Anki ohnehin nutzt und die freien Exporte schätzt, lieber einmalig zahlst als ein Abo abzuschließen, oder in einer Lerngruppe mit Live-Quiz arbeiten willst.
Passt eher nicht, wenn dein Fach auf Rechenwegen, Falllösungen oder Schemata beruht, du eine durchgehende Lernbegleitung über ein ganzes Semester suchst statt einzelner Quizze, oder du Material in großem Umfang und regelmäßig verarbeitest — dann wird die Credit-Rechnung schnell unübersichtlich.
Für den zweiten Fall lohnt der Blick auf Werkzeuge, die den gesamten Weg abdecken. Learnboost erzeugt aus deinen eigenen Unterlagen nicht nur Karteikarten und Probeklausuren, sondern auch Zusammenfassungen, einen Lernplan und Audioversionen zum Hören — und zwar durchgehend auf deutschsprachiges Studienmaterial ausgelegt. Wenn dich vor allem der Kartenstapel interessiert, ist die Seite zu Karteikarten mit KI erstellen der direkte Einstieg.
StudyGlen ist einer von vielen Frage-Generatoren, und die Auswahl entscheidet sich weniger am Funktionsumfang als an drei Fragen: Kommt das Tool mit deutschem Fachtext zurecht? Kannst du dein Material wieder herausbekommen? Und passt das Abrechnungsmodell zu deinem Lernrhythmus? Bei StudyGlen lauten die Antworten: wahrscheinlich ja, aber selbst zu testen — ja, über freie Exporte — und einmalige Credits statt Abo, was bei unregelmäßiger Nutzung ein Vorteil und bei intensiver Nutzung ein Nachteil ist.
Prüfe Alternativen immer mit demselben Kapitel aus deinem eigenen Skript, nicht mit dem Beispielmaterial des Anbieters. Erst dann siehst du, ob ein Tool deine Fachsprache trifft. Und unabhängig vom Werkzeug bleibt der Wirkmechanismus derselbe: Du lernst, weil du dich abfragst und die Wiederholungen verteilst — nicht, weil das Material besonders hübsch aussieht.
Wenn du deine Skripte lieber an einer Stelle in Zusammenfassungen, Karteikarten und Probeklausuren verwandeln willst, kannst du sie bei Learnboost hochladen und die Ergebnisse anschließend selbst nachschärfen. Die Arbeit, die zählt, bleibt in jedem Werkzeug dieselbe: abfragen statt wiedererkennen, Begründung lesen, Lücken markieren, Abstände einhalten.
StudyGlen rechnet nicht per Abo, sondern mit Credit-Paketen zum Einmalpreis: Mini 4,99 US-Dollar für 10 Study-Credits, Starter 9,99 für 30, Plus 24,99 für 100 und Pro 49,99 für 300. Ein Study-Credit entspricht laut Anbieter einem Quiz oder einem Karteikarten-Deck. Credits verfallen nicht, ungenutzte sind nach Anbieterangabe innerhalb von 14 Tagen rückgabefähig. Prüfe die Preise vor dem Kauf auf der Anbieterseite, sie können sich ändern.
Ja, es gibt einen Gratis-Zugang. Er umfasst nach Angaben des Anbieters ein Quiz oder ein Karteikarten-Deck pro Tag, zwei Neugenerierungen von Fragen pro Quiz, bis zu 20 Anki-Deck-Importe täglich und einen Comic als einmalige Testmöglichkeit. Das reicht, um das Tool mit einem echten Kapitel aus deinem Skript zu testen, bevor du Credits kaufst.
Der Anbieter nennt 41 Lernsprachen und 13 Oberflächensprachen, listet die Sprachen aber nicht einzeln auf — dass Deutsch dabei ist, ist wahrscheinlich, aber nicht ausdrücklich belegt. Teste das deshalb im Gratis-Tarif mit einem echten Kapitel deines Skripts. Bei deutscher Fachsprache, Formeln und Abbildungen solltest du die Ergebnisse ohnehin gegenprüfen.
Ja. Der Anbieter gibt Exporte nach PDF, Word, CSV, Anki und QTI als kostenlos und unbegrenzt an, ohne Credits. Umgekehrt lassen sich bestehende Anki-Decks als .apkg- oder .colpkg-Datei importieren. Der freie Export ist ein echter Vorteil: Dein Lernstand hängt damit nicht dauerhaft an einem Account.
In Software-Verzeichnissen wird StudyGlen oft als Werkzeug für Lehrkräfte geführt. Der Anbieter selbst nennt andere Zahlen: 76 Prozent der Anmeldungen seien Studierende und Schüler, 16 Prozent Lehrkräfte. Stärker auf den Unterricht zugeschnitten ist vor allem das Live-Quiz, das laut Anbieter zu 40 Prozent von Lehrkräften veranstaltet wird.