Abbildungen beschriften, Tabellen sinnvoll einsetzen, Quellen korrekt angeben: So bestehen die Darstellungen deiner Arbeit jede Formalienprüfung.

"Abbildungen und Tabellen sind Beweismittel — und Beweismittel müssen beschriftet, belegt und im Text erklärt sein."
Ein Screenshot aus SPSS, darunter „Abb. 1: Ergebnisse" — und im Fließtext steht nur „siehe Abbildung 1". Genau an dieser Stelle verlieren Haus- und Abschlussarbeiten Punkte, ohne dass inhaltlich etwas falsch wäre. Abbildungen und Tabellen sind Beweismittel, und Beweismittel müssen beschriftet, belegt und im Text erklärt sein. Dieser Ratgeber zeigt dir, wann eine Tabelle besser ist als ein Diagramm, wie du beides korrekt beschriftest, welche Quellenangabe bei eigenen, übernommenen und angepassten Darstellungen gehört und was am Ende in die Verzeichnisse muss.
Die Frage wird meist nach Optik entschieden. Richtig ist die Entscheidung nach Aufgabe: Eine Tabelle zeigt exakte Werte, eine Abbildung zeigt eine Form. Die APA beschreibt Tabellen als Darstellung numerischer oder textlicher Informationen in Spalten und Zeilen; Abbildungen fassen alles andere zusammen — Diagramme, Grafiken, Fotos, Schemata.
Nutze deshalb einen einfachen Test: Formuliere den Satz, den deine Leserin nach dem Blick auf die Darstellung sagen soll. Beginnt er mit einer exakten Zahl („Die mittlere Bearbeitungszeit lag bei 12,4 Minuten"), brauchst du eine Tabelle. Beschreibt er einen Verlauf oder ein Verhältnis („Die Werte steigen bis Woche 6 und fallen danach"), brauchst du eine Abbildung. Passt der Satz vollständig in eine Zeile Fließtext, brauchst du gar nichts — drei Prozentwerte sind kein Diagramm, sondern ein Halbsatz.
| Was du zeigen willst | Besseres Format | Warum |
|---|---|---|
| Mehrere Kennwerte je Gruppe (M, SD, n) | Tabelle | Exakte Zahlen bleiben ablesbar und vergleichbar |
| Entwicklung über die Zeit | Abbildung (Liniendiagramm) | Die Richtung ist die Aussage, nicht der Einzelwert |
| Zusammenhang zweier Variablen | Abbildung (Streudiagramm) | Muster und Ausreißer werden sichtbar |
| Beschreibung der Stichprobe | Tabelle | Viele kleine Angaben, die niemand als Grafik liest |
| Ablauf, Modell oder Aufbau einer Studie | Abbildung (Schema) | Struktur lässt sich schlecht in Sätze auflösen |
| Wortlaut von Items oder Kategorien | Tabelle | Text gehört in Zeilen, nicht in Balken |
Eine Regel gilt unabhängig vom Format: Dieselben Daten erscheinen nur einmal. Eine Tabelle und daneben das passende Diagramm derselben Werte wirkt gründlich, ist aber Redundanz — und im Zweifel ein Hinweis darauf, dass du dich nicht entschieden hast.
Bei der Position der Beschriftung treffen zwei Konventionen aufeinander. Im deutschsprachigen Raum steht der Titel einer Tabelle üblicherweise darüber und die Beschriftung einer Abbildung darunter. Nach APA 7 stehen dagegen bei beiden Nummer und Titel oberhalb: die Nummer fett, darunter der Titel kursiv, gefolgt von Tabelle oder Bild und optionalen Anmerkungen.
Beide Varianten sind richtig — aber nicht beide in deiner Arbeit. Maßgeblich ist, was deine Prüfungsordnung, der Leitfaden deines Lehrstuhls oder der vorgegebene Zitierstil sagt. Der Leitfaden des Lehrstuhls für Finanzdienstleistungen und Finanzmärkte der Universität Bielefeld etwa lässt die Beschriftung ober- oder unterhalb zu, verlangt aber in jedem Fall fortlaufende Nummerierung, aussagekräftige Beschriftung und Quellenangabe. Entscheide dich einmal und zieh es durch die ganze Arbeit durch; Uneinheitlichkeit fällt beim Korrigieren sofort auf.
Für die Nummerierung gilt: Abbildungen und Tabellen werden getrennt gezählt, jeweils fortlaufend in der Reihenfolge ihrer ersten Erwähnung. Ob du durchgehend (Abbildung 1, 2, 3) oder kapitelweise (Abbildung 3.1, 3.2) nummerierst, gibt wieder der Leitfaden vor.
Ein guter Titel macht die Darstellung ohne Fließtext verständlich. Deck den Text ab und lies nur die Beschriftung: Weißt du, was gemessen wurde, bei wem und in welcher Einheit? „Abbildung 3: Ergebnisse der Befragung" besteht diesen Test nicht. „Abbildung 3: Selbsteingeschätzte Prüfungsangst nach Fachsemester (n = 212, Skala 1–5)" schon.
Vier Angaben gehören deshalb in Titel oder Anmerkung: Was wird dargestellt, für welche Gruppe, in welcher Einheit oder Skala, und auf welcher Datenbasis. Die APA empfiehlt für Text innerhalb einer Abbildung eine serifenlose Schrift zwischen 8 und 14 Punkt — beschrifte außerdem beide Achsen inklusive Einheit. Erläuterungen, die weder in den Titel noch ins Bild passen (Abkürzungen, Signifikanzangaben, Ausschlüsse), gehören in die Anmerkung unter das Objekt.
Hier entstehen die meisten formalen Fehler, weil drei Fälle sauber getrennt werden müssen.
Rechtlich steht dahinter das Zitatrecht. § 51 UrhG erlaubt die Übernahme eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, „sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist" — ausdrücklich auch die Aufnahme einzelner Werke in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts, und ausdrücklich auch als Abbildung. Entscheidend ist der Zitatzweck: Die Abbildung muss im Text besprochen werden, sie darf kein Schmuckelement sein. Und § 63 Abs. 1 UrhG verlangt, dass in diesen Fällen „stets die Quelle deutlich anzugeben" ist. Eine übernommene Grafik ohne Quellenangabe ist damit nicht nur ein Formfehler, sondern der klassische Fall einer Täuschung, die als Plagiat gewertet wird. Wie die Angabe im Detail aussieht, richtet sich nach deinem Zitierstil — die Unterschiede zwischen APA, Harvard und Fußnotenzitierweise gelten für Abbildungen genauso wie für Textstellen.
Zwei Sonderfälle tauchen regelmäßig auf. Diagramme aus deiner eigenen Auswertung in SPSS, JASP oder R sind eigene Darstellungen — die Software ist ein Werkzeug, keine Quelle; anzugeben ist gegebenenfalls die Herkunft der Rohdaten, etwa bei einem Sekundärdatensatz. Wie du diesen Schritt sauber dokumentierst, steht im Ratgeber zur SPSS-Auswertung der Bachelorarbeit. Der zweite Fall sind KI-generierte Grafiken: Ob und wie du sie kennzeichnen musst, regeln inzwischen die meisten Hochschulen selbst — sieh in der Prüfungsordnung und im Merkblatt deines Lehrstuhls nach, bevor du eine einbaust.
Jede Abbildung und jede Tabelle wird im Text erwähnt, bevor sie erscheint — und zwar mit Aussage, nicht mit Verkehrsschild. „Siehe Abbildung 2" verlangt vom Leser, sich den Zusammenhang selbst zu erarbeiten. Besser ist der Satz, der das Ergebnis nennt und die Darstellung als Beleg anhängt: „Die Bearbeitungszeit sinkt zwischen dem ersten und dem vierten Durchgang um rund ein Fünftel (Abbildung 2)."
Drei weitere Punkte entscheiden über den Eindruck im Ergebnisteil:
Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis sind zwei getrennte Verzeichnisse mit eigener Zählung. Sie stehen üblicherweise im vorderen Teil der Arbeit nach dem Inhaltsverzeichnis; die genaue Reihenfolge und ab wie vielen Objekten sie verlangt werden, steht in deinem Leitfaden. Jeder Eintrag besteht aus Nummer, Beschriftung (bei langen Titeln gekürzt) und Seitenzahl.
Bau die Verzeichnisse nicht von Hand: Wenn du Beschriftungen als Feldfunktion einfügst, erzeugt Word beide Listen automatisch und hält die Nummern konsistent — die Klicks dafür stehen im Ratgeber zum Formatieren wissenschaftlicher Arbeiten in Word. Umfangreiches Material wie vollständige Fragebögen, Rohdatentabellen oder zusätzliche Modellvarianten wandert in den Anhang, wird dort eigenständig nummeriert (A1, A2) und ebenfalls im Text referenziert. Für Poster und Vorträge gelten übrigens andere Maßstäbe als für die Arbeit selbst — dort zählt Lesbarkeit auf Distanz mehr als Vollständigkeit, wie der Ratgeber zum Aufbau eines wissenschaftlichen Posters zeigt.
Vor der Abgabe gehst du diese sieben Punkte durch:
Bleibt der Teil, den die Formalia nicht abdecken: Im Kolloquium musst du jede Abbildung erklären können — warum dieses Format, warum diese Achsen, was die Grenzen der Darstellung sind. Wer sein fertiges Manuskript bei Learnboost hochlädt, kann sich daraus Prüfungsfragen zur eigenen Arbeit erzeugen lassen und genau diese Erklärungen einmal laut durchgehen, bevor es die Prüfungskommission tut.
Im deutschsprachigen Raum ist es üblich, Tabellentitel darüber und Abbildungsbeschriftungen darunter zu setzen. Nach APA 7 stehen dagegen bei beiden Nummer und Titel oberhalb: Nummer fett, Titel darunter kursiv. Beides ist korrekt, aber nur eine Variante pro Arbeit. Maßgeblich ist die Vorgabe deiner Prüfungsordnung, deines Lehrstuhl-Leitfadens oder deines Zitierstils.
Hast du die Darstellung vollständig selbst gebaut, lautet die Angabe "Quelle: eigene Darstellung". Hast du ein fremdes Modell umgezeichnet oder verändert, schreibst du "Eigene Darstellung in Anlehnung an Müller (2021, S. 45)". Beruht dein eigenes Diagramm auf fremden Zahlen, ist "Eigene Darstellung auf Basis von …" korrekt. In den letzten beiden Fällen gehört die Quelle zusätzlich ins Literaturverzeichnis.
Ja, im Rahmen des Zitatrechts. § 51 UrhG erlaubt die Übernahme eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist, und nennt ausdrücklich die Aufnahme in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts. Voraussetzung ist, dass du die Abbildung im Text besprichst und nicht als Dekoration einbaust. Nach § 63 Abs. 1 UrhG ist die Quelle stets deutlich anzugeben.
Das regelt dein Leitfaden, und die Vorgaben unterscheiden sich zwischen Fächern und Lehrstühlen. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis sind immer zwei getrennte Listen mit eigener Zählung und stehen üblicherweise nach dem Inhaltsverzeichnis. Wenn nichts geregelt ist, leg beide Verzeichnisse an, sobald du mehr als eine Darstellung je Kategorie hast — fehlende Verzeichnisse fallen eher auf als knappe.
Übernimm nie den Standard-Output ungeprüft. Beschrifte beide Achsen inklusive Einheit, nenne die Fallzahl im Titel oder in der Anmerkung und entferne automatisch erzeugte Software-Titel. Die APA empfiehlt für Text in der Abbildung eine serifenlose Schrift zwischen 8 und 14 Punkt. Das Diagramm selbst ist eine eigene Darstellung — die Software ist ein Werkzeug, keine Quelle; anzugeben ist gegebenenfalls die Herkunft der Rohdaten.