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Mikroökonomie – Grundlagen

34 Lernkarten · 10 Übungsfragen · 9 Min Lesezeit

Warum kostet ein Gut, was es kostet? Die Mikroökonomie beantwortet das auf der Ebene einzelner Akteure: Haushalte entscheiden über Konsum, Unternehmen über Produktion, und auf Märkten koordiniert der Preis beide Seiten. Diese Mikroökonomie-Zusammenfassung führt durch die Bausteine, die in einer typischen Mikro-Klausur geprüft werden — von Knappheit, Opportunitätskosten und komparativem Vorteil über Angebot, Nachfrage und Elastizität bis zu Haushalts- und Unternehmenstheorie, Marktformen, Wohlfahrt und Marktversagen.

Der Kern des Fachs ist das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage: warum die Nachfragekurve fällt, wann sie sich verschiebt — und warum die Verwechslung von Bewegung auf der Kurve und Verschiebung der Kurve zu den häufigsten Punkteverlusten in Mikro-Prüfungen gehört. Darauf bauen die Rechenklassiker auf: das Marktgleichgewicht aus linearen Funktionen bestimmen, die Preiselastizität der Nachfrage samt Umsatzwirkung berechnen, Konsumenten- und Produzentenrente als Flächen ermitteln, den Cournot-Punkt des Monopolisten finden und die Wirkung einer Mengensteuer inklusive Lastverteilung analysieren. Jede dieser Rechnungen ist hier mit konkreten, glatten Zahlen durchgerechnet — du bekommst den Rechenweg, nicht nur das Ergebnis.

Die drei Formate greifen ineinander: Die Zusammenfassung erklärt die Modelle im Zusammenhang, die Lernkarten zerlegen sie in prüfbare Einzelbausteine, und die Übungsfragen simulieren die Klausursituation — mit Musterlösungen, Hinweisen und Erklärungen, warum falsche Antworten falsch sind. Du kannst alles direkt auf dieser Seite durcharbeiten oder die Inhalte kostenfrei in deinen Learnboost Account übernehmen: Dort wiederholt Spaced Repetition jede Karte, kurz bevor du sie vergisst, der Lernplan verteilt den Stoff bis zur Klausur, und der KI-Tutor beantwortet Rückfragen — zum Beispiel, wenn der Unterschied zwischen Grenzerlös und Preis beim Monopol noch hakt.

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Zusammenfassung

Die Mikroökonomie erklärt wirtschaftliches Geschehen von unten: Haushalte entscheiden über Konsum, Unternehmen über Produktion, Märkte koordinieren beides über den Preis — im Unterschied zur Makroökonomie, die gesamtwirtschaftliche Größen betrachtet. Ausgangspunkt ist die Knappheit: Begrenzte Mittel erzwingen bei jeder Wahl einen Verzicht.

Knappheit, Opportunitätskosten und Marginalprinzip

Opportunitätskosten sind der Wert der besten Alternative, auf die du verzichtest — und sie umfassen mehr als Ausgaben: Beim Vollzeitstudium zählt neben den Semesterbeiträgen vor allem das entgangene Gehalt. Wer für ein Konzert eine Nebenjob-Schicht von drei Stunden zu 15 € ausfallen lässt, trägt neben dem Ticketpreis 45 € entgangenen Lohn.

Die Produktionsmöglichkeitenkurve (Transformationskurve) zeigt alle Gütermengenkombinationen, die eine Volkswirtschaft mit gegebenen Ressourcen maximal erreicht: Punkte auf der Kurve sind effizient, innerhalb ineffizient, außerhalb unerreichbar. Der konkave Verlauf spiegelt steigende Opportunitätskosten, weil zunehmend schlechter geeignete Ressourcen umgewidmet werden müssen; technischer Fortschritt oder mehr Ressourcen verschieben die Kurve nach außen. Das Marginalprinzip ergänzt: Eine Aktivität wird ausgeweitet, solange ihr Grenznutzen über den Grenzkosten liegt; versunkene Kosten sind für die Entscheidung irrelevant.

Komparativer Vorteil: Warum sich Tausch lohnt

Absoluter Vorteil heißt produktiver sein, komparativer Vorteil heißt geringere Opportunitätskosten — nur Letzterer entscheidet über Spezialisierung. Beispiel: Anna schafft am Tag 8 Brote oder 4 Gläser Marmelade, Ben 2 Brote oder 2 Gläser — Anna ist bei beidem absolut besser. Opportunitätskosten: Anna kostet 1 Brot 0,5 Gläser und 1 Glas 2 Brote; Ben kostet 1 Brot 1 Glas und 1 Glas 1 Brot. Anna hat den komparativen Vorteil beim Brot (0,5 Gläser statt 1), Ben bei der Marmelade (1 Brot statt 2). Bei hälftiger Zeitteilung entstehen 5 Brote und 3 Gläser; backt Anna drei Viertel des Tages (6 Brote, dazu 1 Glas) und kocht Ben nur noch (2 Gläser), sind es 6 Brote und 3 Gläser — ein Brot mehr aus denselben Ressourcen. Zu einem Tauschverhältnis zwischen den Opportunitätskosten, etwa 1 Glas gegen 1,5 Brote, profitieren beide: Solange sich die Opportunitätskosten unterscheiden, hat auch die absolut unterlegene Person einen komparativen Vorteil.

Nachfrage, Angebot und Marktgleichgewicht

Die Nachfragekurve fällt: Steigt der Preis, weichen Konsumenten auf Substitute aus (Substitutionseffekt), ihre reale Kaufkraft sinkt (Einkommenseffekt), und die Zahlungsbereitschaft für weitere Einheiten sinkt mit dem Grenznutzen. Die Angebotskurve steigt, weil zusätzliche Einheiten zu steigenden Grenzkosten entstehen.

Die wichtigste Unterscheidung der Mikro-Klausur: Ändert sich der Preis des Gutes selbst, bewegst du dich auf der Kurve — die nachgefragte Menge ändert sich, die Nachfrage nicht. Ändert sich ein anderer Faktor, verschiebt sich die gesamte Kurve: die Nachfrage durch Einkommen, Preise verwandter Güter, Präferenzen, Erwartungen und Zahl der Nachfrager, das Angebot durch Faktorpreise, Technologie, Erwartungen und Zahl der Anbieter.

Das Gleichgewicht liegt im Schnittpunkt. Rechenbeispiel: N(p) = 120 − 2p, A(p) = 2p − 20. Gleichsetzen: 120 − 2p = 2p − 20, also 140 = 4p und p* = 35 €; Einsetzen liefert x* = 50 (Probe: 2 × 35 − 20 = 50). Bei 40 € stehen 60 angebotene nur 40 nachgefragten Stück gegenüber — der Überschuss von 20 drückt den Preis; bei 30 € fehlen 20 Stück, und die Knappheit treibt ihn nach oben.

Elastizitäten der Nachfrage

Die Preiselastizität der Nachfrage misst die prozentuale Mengenänderung je Prozent Preisänderung. Steigt der Preis von 10 € auf 11 € (+10 %) und sinkt die Menge von 200 auf 170 (−15 %), beträgt sie −15/10 = −1,5 — elastisch, der Betrag liegt über 1. Der Umsatz fällt von 2.000 € auf 1.870 €: Bei elastischer Nachfrage senkt eine Preiserhöhung den Umsatz. Reagiert die Menge nur mit −5 % (Elastizität −0,5, unelastisch), steigt er. Elastischer machen die Nachfrage viele enge Substitute, ein hoher Budgetanteil und lange Anpassungszeiträume.

Die Einkommenselastizität teilt Güter ein: +10 % Einkommen und +5 % Menge ergeben +0,5 — ein normales Gut; sinkt die Menge trotz höheren Einkommens (etwa −4 %, also −0,4), ist das Gut inferior. Die Kreuzpreiselastizität zeigt Güterbeziehungen: Steigt der Butterpreis um 10 % und die Margarinenachfrage um 8 %, beträgt sie +0,8 — Substitute. Verteuern sich Drucker um 20 % und die Patronennachfrage sinkt um 10 %, liegt sie bei −0,5 — Komplemente.

Haushaltstheorie: Nutzen, Budget, Optimum

Nutzen misst Bedürfnisbefriedigung, Grenznutzen den Zuwachs durch die letzte Einheit; nach dem ersten Gossenschen Gesetz nimmt er mit der Menge ab — das erste Glas Wasser ist wertvoll, das fünfte kaum noch. Indifferenzkurven verbinden Güterbündel gleichen Nutzens; sie fallen, sind konvex, schneiden sich nie — weiter außen heißt höherer Nutzen. Die Budgetgerade zeigt die bezahlbaren Bündel, ihre Steigung ist das Preisverhältnis. Das Haushaltsoptimum liegt im Tangentialpunkt von Budgetgerade und höchster erreichbarer Indifferenzkurve: Die Grenzrate der Substitution entspricht dem Preisverhältnis — gleichbedeutend ist der Grenznutzen pro Euro bei allen Gütern gleich (zweites Gossensches Gesetz). Eine Preissenkung wirkt doppelt: Der Substitutionseffekt lenkt zum billiger gewordenen Gut, der Einkommenseffekt erhöht die reale Kaufkraft — bei normalen Gütern verstärkend, bei inferioren dämpfend.

Unternehmenstheorie: Produktion und Kosten

Die Produktionsfunktion verknüpft Faktoreinsatz und Ausbringungsmenge. Kurzfristig ist mindestens ein Faktor fix, und es gilt das Gesetz vom abnehmenden Grenzertrag: Ab einem Punkt bringt jede zusätzliche Einheit des variablen Faktors weniger Zusatzoutput — der dritte Koch in der kleinen Küche weniger als der zweite. Fixkosten fallen mengenunabhängig an, variable Kosten steigen mit der Menge; Grenzkosten sind die Kosten der letzten Einheit, Durchschnittskosten die Kosten je Stück. Die Grenzkostenkurve schneidet durchschnittliche variable und gesamte Durchschnittskosten in deren Minimum: Liegen die Grenzkosten unter dem Durchschnitt, zieht die nächste Einheit ihn nach unten — darüber hebt sie ihn. Kurzfristig lohnt Produktion, solange der Preis die variablen Durchschnittskosten deckt: Bei Preis 8 €, variablen Durchschnittskosten 6 € und Durchschnittskosten 10 € (100 Stück, Fixkosten 400 €) liefert jede Einheit 2 € Deckungsbeitrag — Verlust 200 € statt 400 € bei Stilllegung. Langfristig beschreiben Skaleneffekte, ob die Durchschnittskosten mit wachsender Betriebsgröße sinken, konstant bleiben oder steigen.

Marktformen: Von der Konkurrenz zum Monopol

Bei vollkommener Konkurrenz sind viele Anbieter eines homogenen Gutes Preisnehmer: Produziert wird die Menge mit Preis gleich Grenzkosten; langfristig drücken Markteintritte den Preis ins Minimum der Durchschnittskosten — der ökonomische Gewinn ist null. Der Monopolist ist Preissetzer; sein Grenzerlös liegt unter dem Preis: Die Preissenkung für die zusätzliche Einheit gilt für alle Einheiten — bei linearer Nachfrage fällt die Grenzerlösgerade doppelt so steil. Beispiel: p(x) = 100 − x, Grenzkosten konstant 20 €. Aus GE(x) = 100 − 2x = 20 folgt x = 40 und p = 60 € — der Cournot-Punkt auf der Nachfragekurve. Im Wettbewerb ergäben sich x = 80 und p = 20 €: Das Monopol verknappt und verteuert, der Wohlfahrtsverlust beträgt 0,5 × 40 × 40 = 800 €. Im Oligopol sind wenige Anbieter strategisch verflochten: Jede Entscheidung wirkt auf die Rivalen. Kartelle versprechen den gemeinsamen Monopolgewinn, sind aber instabil — heimliches Abweichen lohnt individuell — und kartellrechtlich verboten. Monopolistische Konkurrenz verbindet viele Anbieter mit differenzierten Produkten: kurzfristig Preissetzungsspielraum, langfristig Nullgewinn.

Wohlfahrt: Konsumenten- und Produzentenrente

Die Konsumentenrente ist die Fläche zwischen Nachfragekurve und Marktpreis bis zur gehandelten Menge — die Summe der Differenzen zwischen Zahlungsbereitschaft und gezahltem Preis. Die Produzentenrente ist die Fläche zwischen Marktpreis und Angebotskurve. Im Beispielmarkt (p* = 35 €, x* = 50, Prohibitivpreis 60 €, Angebot ab 10 €): Konsumentenrente 0,5 × 25 × 50 = 625 €, Produzentenrente ebenfalls 625 €, Gesamtwohlfahrt 1.250 €. Im Gleichgewicht ist diese Summe maximal — jede andere Menge ließe Tauschgewinne liegen.

Markteingriffe als Modellanalyse

Das Modell bewertet Eingriffe nicht politisch — es zeigt ihre Wirkung auf Preis, Menge und Wohlfahrt. Ein bindender Höchstpreis liegt unter dem Gleichgewichtspreis: Bei 30 € werden 60 Stück nachgefragt und 40 angeboten — Knappheit von 20; gehandelt wird die kurze Marktseite, nicht-preisliche Mechanismen wie Warteschlangen verteilen die Menge. Ein bindender Mindestpreis liegt darüber: Bei 40 € trifft ein Angebot von 60 auf eine Nachfrage von 40 — Überschuss von 20. Eine Mengensteuer von 10 € je Stück, formal beim Anbieter, macht aus A(p) = 2p − 20 die Funktion 2p − 40: neues Gleichgewicht bei Konsumentenpreis 40 €, Erzeugerpreis 30 €, Menge 40. Beide Seiten tragen je 5 €, weil die Kurven betragsgleiche Steigungen haben. Allgemein gilt: Die Lastverteilung bestimmen die Elastizitäten, nicht der formale Steuerschuldner — die unelastischere Marktseite kann schlechter ausweichen und trägt mehr. Steueraufkommen: 10 € × 40 = 400 €; Wohlfahrtsverlust: 0,5 × 10 × 10 = 50 €.

Marktversagen

Externe Effekte sind unkompensierte Wirkungen auf Dritte. Negativ: Eine Fabrik leitet Abwasser in einen Fluss und verursacht flussabwärts Reinigungskosten — die sozialen Kosten übersteigen die privaten, es wird zu viel produziert. Positiv: Die Bienen eines Imkers bestäuben die Obstplantage nebenan — es wird zu wenig bereitgestellt. Internalisierung holt externe Kosten oder Nutzen ins Preiskalkül zurück, im Modell etwa über eine Abgabe oder Subvention in Höhe des externen Effekts. Öffentliche Güter erfüllen zwei Kriterien zugleich — Nicht-Ausschließbarkeit und Nicht-Rivalität, wie Deichschutz oder Straßenbeleuchtung; weil auch Zahlungsverweigerer profitieren, entsteht das Trittbrettfahrerproblem — private Bereitstellung bleibt zu gering. Informationsasymmetrie zeigt der Gebrauchtwagenmarkt: Käufer zahlen nur Durchschnittspreise, Anbieter guter Wagen ziehen sich zurück, die Qualität sinkt weiter — adverse Selektion; Garantien und unabhängige Prüfberichte wirken als Signale dagegen. Ein natürliches Monopol liegt vor, wenn hohe Fixkosten und sinkende Durchschnittskosten einen einzigen Anbieter am günstigsten machen — typisch bei Netzinfrastruktur.

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Beispiel-Lernkarten

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Was untersucht die Mikroökonomie, und wie grenzt sie sich von der Makroökonomie ab?

Die Mikroökonomie analysiert die Entscheidungen einzelner Akteure — Haushalte und Unternehmen — und deren Koordination über Preise auf einzelnen Märkten. Die Makroökonomie betrachtet dagegen gesamtwirtschaftliche Aggregate. Ausgangspunkt der Mikroökonomie ist die Knappheit: Unbegrenzten Bedürfnissen stehen begrenzte Mittel gegenüber, jede Entscheidung erzwingt Verzicht.

Was sind Opportunitätskosten? Nenne ein Beispiel mit Rechnung.

Opportunitätskosten sind der Wert der besten Alternative, auf die man verzichtet. Beispiel: Ein Konzertabend ersetzt eine Nebenjob-Schicht von 3 Stunden zu 15 € — zum Ticketpreis kommen 45 € entgangener Lohn als Opportunitätskosten hinzu. Auch beim Vollzeitstudium zählt neben den Gebühren vor allem das entgangene Gehalt.

Was zeigt die Produktionsmöglichkeitenkurve (Transformationskurve), und warum verläuft sie konkav?

Sie zeigt alle Gütermengenkombinationen, die eine Volkswirtschaft mit gegebenen Ressourcen und gegebener Technologie maximal produzieren kann. Punkte auf der Kurve sind effizient, Punkte innerhalb ineffizient, Punkte außerhalb unerreichbar. Konkav verläuft sie wegen steigender Opportunitätskosten: Für zusätzliche Einheiten eines Gutes müssen zunehmend schlechter geeignete Ressourcen umgewidmet werden. Technischer Fortschritt oder Ressourcenzuwachs verschieben die Kurve nach außen.

Was besagt das Marginalprinzip?

Entscheidungen fallen an der Marge: Eine Aktivität wird ausgeweitet, solange der Grenznutzen bzw. Grenzerlös über den Grenzkosten liegt, und gestoppt, wenn beide gleich sind. Bereits versunkene Kosten bleiben außen vor — relevant ist nur, was sich noch ändern lässt.

Welche Aussage zum Verhältnis von absolutem und komparativem Vorteil trifft zu?

  • ✓ Auch wer bei allen Gütern absolut unterlegen ist, hat bei einem Gut einen komparativen Vorteil, solange sich die Opportunitätskosten unterscheiden — entscheidend sind die relativen Kosten, nicht die Produktivität.
  • Wer bei allen Gütern absolut überlegen ist, hat automatisch überall auch den komparativen Vorteil.
  • Absoluter und komparativer Vorteil bezeichnen dasselbe Konzept.
  • Ohne einen absoluten Vorteil kann sich Tausch für eine Person nicht lohnen.

Anna schafft am Tag 8 Brote oder 4 Gläser Marmelade, Ben 2 Brote oder 2 Gläser. Wer hat den komparativen Vorteil bei Marmelade?

  • ✓ Ben — ihn kostet 1 Glas Marmelade nur 1 Brot, Anna kostet es 2 Brote.
  • Anna — sie ist auch bei Marmelade absolut produktiver.
  • Niemand — Anna ist bei beiden Gütern besser, also lohnt sich keine Spezialisierung.
  • Beide gleichermaßen — ihre Opportunitätskosten sind identisch.

Warum verläuft die Nachfragekurve fallend?

Steigt der Preis, weichen Konsumenten auf relativ günstigere Substitute aus (Substitutionseffekt), und ihre reale Kaufkraft sinkt (Einkommenseffekt). Zusätzlich sinkt wegen des abnehmenden Grenznutzens die Zahlungsbereitschaft für weitere Einheiten: Zu hohen Preisen kaufen nur Nachfrager mit hoher Zahlungsbereitschaft, zu niedrigeren Preisen kommen weitere hinzu.

Worin unterscheiden sich eine Bewegung auf der Nachfragekurve und eine Verschiebung der Nachfragekurve?

Bewegung auf der Kurve: Der Preis des Gutes selbst ändert sich — die nachgefragte Menge ändert sich, die Nachfrage bleibt gleich. Verschiebung der Kurve: Ein anderer Einflussfaktor ändert sich (Einkommen, Preise von Substituten oder Komplementen, Präferenzen, Erwartungen, Zahl der Nachfrager) — die Nachfrage ändert sich bei jedem Preis. Klausurfalle: Die Änderung der nachgefragten Menge und die Änderung der Nachfrage sind zwei verschiedene Dinge.

Gut X ist ein normales Gut. Welche Ereignisse verschieben seine Nachfragekurve (statt eine Bewegung auf der Kurve auszulösen)?

  • ✓ Das Einkommen der Konsumenten steigt.
  • ✓ Der Preis eines Substituts von X steigt.
  • Der Preis von X selbst sinkt.
  • ✓ Die Präferenzen verschieben sich zugunsten von X.
  • Die Produktionskosten der Anbieter von X sinken.

Welche Faktoren verschieben die Angebotskurve — und was bewirkt eine Änderung des Güterpreises selbst?

Verschiebungen kommen von Faktorpreisen (Löhne, Material, Energie), Technologie, Erwartungen und der Zahl der Anbieter: Sinkende Kosten oder bessere Technik verschieben das Angebot nach rechts, Kostensteigerungen nach links. Eine Änderung des Preises des Gutes selbst bewirkt dagegen nur eine Bewegung auf der Angebotskurve.

Für einen Markt gelten N(p) = 100 − 2p und A(p) = 20 + 2p. Wie lauten Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge?

  • ✓ p* = 20, x* = 60 — aus 100 − 2p = 20 + 2p folgt 80 = 4p, also p* = 20 und x* = 100 − 40 = 60.
  • p* = 25, x* = 50
  • p* = 40, x* = 20
  • p* = 10, x* = 80

Auf einem Markt liegt der Preis über dem Gleichgewichtspreis. Welche Situation entsteht, und wie reagiert der Preis tendenziell?

  • ✓ Es entsteht ein Angebotsüberschuss — Anbieter unterbieten sich, der Preis sinkt Richtung Gleichgewicht.
  • Es entsteht ein Nachfrageüberschuss — der Preis steigt weiter.
  • Der Markt ist geräumt, es ändert sich nichts.
  • Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts, bis der Preis passt.

Der Preis steigt von 10 € auf 11 € (+10 %), die nachgefragte Menge sinkt von 200 auf 170 (−15 %). Wie hoch ist die Preiselastizität der Nachfrage, und wie ist sie einzuordnen?

  • ✓ −1,5 — die Nachfrage ist elastisch, weil der Betrag über 1 liegt.
  • −0,5 — die Nachfrage ist unelastisch.
  • −1,5 — die Nachfrage ist unelastisch.
  • Etwa −0,67 — die Nachfrage ist unelastisch.

Welche Faktoren machen die Nachfrage nach einem Gut tendenziell preiselastischer?

  • ✓ Es gibt viele enge Substitute.
  • ✓ Das Gut beansprucht einen großen Teil des Budgets.
  • ✓ Die Konsumenten haben viel Zeit, ihr Verhalten anzupassen (langer Zeithorizont).
  • Das Gut wird als unverzichtbares Grundbedürfnis wahrgenommen.
  • Es gibt kaum Ersatzprodukte.

Die Nachfrage nach einem Gut ist unelastisch (Preiselastizität −0,5). Der Anbieter erhöht den Preis um 10 %. Was passiert mit dem Umsatz?

  • ✓ Er steigt — die Menge sinkt nur um 5 %, der Preiseffekt überwiegt (z. B. von 2.000 € auf 22 € × 95 = 2.090 €).
  • Er sinkt, weil weniger Einheiten verkauft werden.
  • Er bleibt exakt gleich.
  • Die Umsatzwirkung lässt sich ohne die Kostenfunktion nicht bestimmen.

Das Einkommen der Haushalte steigt um 10 %, die nachgefragte Menge eines Gutes sinkt daraufhin um 4 %. Um was für ein Gut handelt es sich?

  • ✓ Ein inferiores Gut — die Einkommenselastizität beträgt −0,4.
  • Ein normales Gut mit Einkommenselastizität zwischen 0 und 1.
  • Ein Luxusgut mit Einkommenselastizität über 1.
  • Ein Komplementärgut — das beschreibt die Kreuzpreiselastizität, nicht die Einkommenselastizität.

Der Butterpreis steigt um 10 %, die nachgefragte Menge von Margarine steigt um 8 %. Wie hoch ist die Kreuzpreiselastizität, und in welcher Beziehung stehen die Güter?

  • ✓ +0,8 — die Kreuzpreiselastizität ist positiv, die Güter sind Substitute.
  • −0,8 — die Güter sind Komplemente.
  • +0,8 — die Güter sind Komplemente.
  • 0 — die Güter sind voneinander unabhängig.

Was besagt das erste Gossensche Gesetz (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen)?

Mit jeder zusätzlich konsumierten Einheit eines Gutes nimmt der Zusatznutzen ab: Das erste Glas Wasser stiftet hohen Nutzen, das fünfte kaum noch. Der Gesamtnutzen steigt zunächst weiter, aber immer langsamer. Das Gesetz begründet die fallende Zahlungsbereitschaft entlang der Nachfragekurve.

Wie bestimmt der Haushalt sein Optimum aus Budgetgerade und Indifferenzkurven?

Das Optimum ist der Tangentialpunkt: der Punkt, in dem die Budgetgerade die höchste erreichbare Indifferenzkurve gerade berührt. Dort entspricht die Grenzrate der Substitution dem Preisverhältnis — gleichbedeutend ist der Grenznutzen pro Euro bei allen Gütern gleich (zweites Gossensches Gesetz). Wäre er ungleich, würde eine Umschichtung zum Gut mit höherem Grenznutzen pro Euro den Gesamtnutzen erhöhen.

Erkläre Substitutions- und Einkommenseffekt einer Preissenkung.

Substitutionseffekt: Das Gut wird relativ günstiger, der Konsum verlagert sich zu ihm — dieser Effekt wirkt immer in Richtung des billiger gewordenen Gutes. Einkommenseffekt: Die reale Kaufkraft steigt, ohne dass sich das Nominaleinkommen ändert. Bei normalen Gütern erhöht er den Konsum zusätzlich, bei inferioren Gütern wirkt er dem Substitutionseffekt entgegen.

Was besagt das Gesetz vom abnehmenden Grenzertrag?

Wird kurzfristig ein variabler Faktor (etwa Arbeit) bei mindestens einem fixen Faktor (etwa Küche und Maschinen) ausgeweitet, sinkt ab einem Punkt der zusätzliche Output je zusätzlicher Faktoreinheit: Der dritte Koch in der kleinen Küche bringt weniger zusätzliche Gerichte als der zweite. Es ist ein kurzfristiges Gesetz — langfristig sind alle Faktoren variabel, dann geht es um Skaleneffekte.

Unterscheide fixe, variable, Durchschnitts- und Grenzkosten. Wo schneidet die Grenzkostenkurve die Durchschnittskostenkurve — und warum?

Fixkosten fallen mengenunabhängig an, variable Kosten steigen mit der Menge. Durchschnittskosten sind die Gesamtkosten je Stück, Grenzkosten die Kosten der letzten Einheit. Die Grenzkostenkurve schneidet die durchschnittlichen variablen Kosten und die gesamten Durchschnittskosten jeweils in deren Minimum: Liegen die Grenzkosten unter dem Durchschnitt, zieht jede weitere Einheit den Durchschnitt nach unten; liegen sie darüber, heben sie ihn an.

Ein Unternehmen bei vollkommener Konkurrenz: Preis 8 €, variable Durchschnittskosten 6 €, gesamte Durchschnittskosten 10 €. Soll es kurzfristig weiterproduzieren?

  • ✓ Ja — der Preis deckt die variablen Durchschnittskosten; jede Einheit liefert 2 € Deckungsbeitrag zu den Fixkosten, der Verlust ist kleiner als bei Stilllegung.
  • Nein — der Preis liegt unter den Durchschnittskosten, also sofort stilllegen.
  • Nur weiterproduzieren, wenn der Preis mindestens 10 € erreicht.
  • Es sollte den Preis eigenständig auf 10 € anheben — als Preisnehmer ist das aber gar nicht möglich.

Welche Aussagen zur vollkommenen Konkurrenz treffen zu?

  • ✓ Die Anbieter sind Preisnehmer: Der einzelne Anbieter kann den Marktpreis nicht beeinflussen.
  • ✓ Im Gewinnmaximum produziert jeder Anbieter die Menge, bei der Preis gleich Grenzkosten ist.
  • ✓ Langfristig sind die ökonomischen Gewinne null, produziert wird im Minimum der Durchschnittskosten.
  • Einzelne Anbieter können den Marktpreis durch Mengenpolitik gezielt steuern.
  • Die Produkte der Anbieter sind stark differenziert.

Warum liegt der Grenzerlös eines Monopolisten unter dem Preis?

  • ✓ Um eine zusätzliche Einheit zu verkaufen, muss er den Preis senken — und zwar für alle Einheiten. Der Erlöszuwachs der letzten Einheit ist deshalb kleiner als ihr Preis; bei linearer Nachfrage fällt die Grenzerlösgerade doppelt so steil.
  • Weil die Grenzkosten mit der Menge steigen.
  • Weil der Monopolist grundsätzlich im unelastischen Bereich der Nachfrage anbietet.
  • Weil die Fixkosten den Erlös jeder Einheit schmälern.

Wie findet der Monopolist sein Gewinnmaximum, und was ist der Cournot-Punkt?

Er wählt die Menge, bei der Grenzerlös gleich Grenzkosten ist, und liest den zugehörigen Preis an der Nachfragekurve ab. Diese gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination auf der Nachfragekurve heißt Cournot-Punkt. Verglichen mit vollkommener Konkurrenz ist die Menge kleiner und der Preis höher — mögliche Tauschgewinne entfallen, es entsteht ein Wohlfahrtsverlust.

Was kennzeichnet ein Oligopol, und warum sind Kartelle instabil?

Wenige Anbieter, deren Entscheidungen wechselseitig spürbar sind — jeder muss die Reaktionen der Rivalen einkalkulieren (strategische Interdependenz). Ein Kartell verspricht den gemeinsamen Monopolgewinn, doch individuell lohnt es sich, heimlich abzuweichen und mehr Menge oder einen niedrigeren Preis zu setzen; daran zerbrechen Absprachen häufig. Real sind Kartelle zudem kartellrechtlich verboten.

Was sind Konsumentenrente und Produzentenrente?

Konsumentenrente: die Summe der Differenzen zwischen Zahlungsbereitschaft und tatsächlich gezahltem Marktpreis über alle gekauften Einheiten — grafisch die Fläche zwischen Nachfragekurve und Preislinie bis zur gehandelten Menge. Produzentenrente: die Fläche zwischen Preislinie und Angebotskurve — Erlös abzüglich der Verkaufsbereitschaften. Im Marktgleichgewicht ist die Summe beider Renten maximal.

Lineare Nachfrage, Prohibitivpreis 60 €, Marktpreis 35 €, gehandelte Menge 50 Stück. Wie hoch ist die Konsumentenrente?

  • ✓ 625 € — Dreiecksfläche 0,5 × (60 − 35) × 50.
  • 1.250 € — Höhe mal Breite ohne Halbierung.
  • 875 € — mit dem Marktpreis statt des Abstands zum Prohibitivpreis gerechnet.
  • 312,50 € — doppelt halbiert.

Wie wirken im Modell ein Höchstpreis unter und ein Mindestpreis über dem Gleichgewichtspreis?

Ein bindender Höchstpreis (unter p*) lässt die nachgefragte Menge steigen und die angebotene sinken: Es entsteht Knappheit, gehandelt wird nur die angebotene Menge, und nicht-preisliche Mechanismen wie Warteschlangen oder Listen verteilen sie. Ein bindender Mindestpreis (über p*) erzeugt spiegelbildlich einen Überschuss; gehandelt wird die nachgefragte Menge. In beiden Fällen liegt die gehandelte Menge unter der Gleichgewichtsmenge, es entsteht ein Wohlfahrtsverlust. Preisgrenzen auf der anderen Seite von p* binden nicht.

Eine Mengensteuer auf Gut X wird formal bei den Anbietern erhoben. Welche Aussagen treffen zu?

  • ✓ Die Verteilung der Steuerlast hängt von den Elastizitäten von Angebot und Nachfrage ab.
  • ✓ Die unelastischere Marktseite trägt den größeren Teil der Last, weil sie schlechter ausweichen kann.
  • Weil die Anbieter die Steuer formal abführen, tragen sie die Last vollständig.
  • ✓ Die gehandelte Menge sinkt, und es entsteht ein Wohlfahrtsverlust.
  • Der Konsumentenpreis steigt immer um den vollen Steuerbetrag.

Was sind externe Effekte, und was bedeutet Internalisierung?

Externe Effekte sind Wirkungen einer Aktivität auf unbeteiligte Dritte, die im Preis nicht erfasst sind. Negativ: Eine Fabrik leitet Abwasser in einen Fluss, flussabwärts entstehen Reinigungskosten — die sozialen Kosten übersteigen die privaten, im Marktgleichgewicht wird zu viel produziert. Positiv: Die Bienen eines Imkers bestäuben die Obstplantage nebenan — es wird zu wenig bereitgestellt. Internalisierung holt externe Kosten oder Nutzen ins Preiskalkül zurück, im Modell etwa über eine Abgabe oder Subvention in Höhe des externen Effekts.

Welche Aussagen zu öffentlichen Gütern treffen zu?

  • ✓ Öffentliche Güter sind zugleich nicht-ausschließbar und nicht-rival im Konsum.
  • ✓ Wegen des Trittbrettfahrerproblems fällt die private Bereitstellung zu gering aus.
  • ✓ Deichschutz und Straßenbeleuchtung sind klassische Beispiele.
  • Nicht-Rivalität allein macht ein Gut zum öffentlichen Gut — Ausschließbarkeit spielt keine Rolle.
  • Öffentliches Gut bedeutet: jedes Gut, das der Staat bereitstellt.

Erkläre adverse Selektion am Beispiel des Gebrauchtwagenmarkts.

Verkäufer kennen die Qualität ihres Wagens, Käufer nicht. Käufer bieten deshalb nur einen Preis für durchschnittliche Qualität — für Anbieter guter Wagen ist der zu niedrig, sie ziehen sich zurück. Die Durchschnittsqualität sinkt, die Zahlungsbereitschaft sinkt weiter, überwiegend schlechte Wagen bleiben im Markt: Er kann schrumpfen oder ganz zusammenbrechen. Gegenmittel sind Signale und Prüfmechanismen wie Garantien, unabhängige Prüfberichte oder Gütesiegel.

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Übungsfragen

1. Auf dem Markt für Gut X gelten die Nachfragefunktion N(p) = 100 − 2p und die Angebotsfunktion A(p) = 20 + 2p (Menge in Stück, Preis in €). Wie lauten Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge?

  • ✓ p* = 20 €, x* = 60 Stück
  • p* = 25 €, x* = 50 Stück
  • p* = 40 €, x* = 20 Stück
  • p* = 10 €, x* = 80 Stück

Lösung:

Im Gleichgewicht gilt N(p) = A(p): 100 − 2p = 20 + 2p, also 80 = 4p und p* = 20 €. Einsetzen in die Nachfrage: x* = 100 − 2 × 20 = 60. Probe über das Angebot: 20 + 2 × 20 = 60 — beide Funktionen liefern dieselbe Menge, das Ergebnis stimmt.

Bei einem Preis von 25 € würden 70 Stück angeboten, aber nur 50 nachgefragt — kein Gleichgewicht, sondern ein Überschuss. Die übrigen Kombinationen erfüllen jeweils nur eine der beiden Funktionen. In der Klausur lohnt die Gegenprobe immer: Nur im Schnittpunkt liefern Nachfrage- und Angebotsfunktion dieselbe Menge.

2. Der Preis eines Gutes steigt von 10 € auf 11 €, die nachgefragte Menge sinkt daraufhin von 200 auf 170 Stück. Bestimme die Preiselastizität der Nachfrage (einfache Prozentmethode) und ordne die Nachfrage ein.

  • ✓ −1,5 — elastische Nachfrage
  • −0,5 — unelastische Nachfrage
  • −1,5 — unelastische Nachfrage
  • Etwa −0,67 — unelastische Nachfrage

Lösung:

Preisänderung: +1 € auf 10 € = +10 %. Mengenänderung: −30 Stück auf 200 = −15 %. Elastizität = −15 % / 10 % = −1,5. Der Betrag liegt über 1, die Nachfrage ist elastisch. Umsatzprobe: vorher 10 € × 200 = 2.000 €, nachher 11 € × 170 = 1.870 € — bei elastischer Nachfrage senkt eine Preiserhöhung den Umsatz.

Der Wert −0,67 entsteht durch den Kehrwert (Preis- durch Mengenänderung geteilt) — ein Klassiker unter den Rechenfehlern. −0,5 würde eine Mengenreaktion von nur −5 % voraussetzen. Zur Einordnung: Betrag über 1 heißt elastisch (Menge reagiert überproportional), Betrag unter 1 unelastisch. Die Umsatzwirkung ist der schnellste Plausibilitätscheck.

3. Betrachtet wird die Nachfrage nach Gut X, einem normalen Gut. Welche der folgenden Ereignisse verschieben die Nachfragekurve für X nach rechts?

  • ✓ Das Einkommen der Konsumenten steigt.
  • ✓ Der Preis eines Substituts von X steigt.
  • Der Preis von X selbst sinkt.
  • ✓ Die Konsumenten erwarten, dass X in Zukunft teurer wird.
  • Der Preis eines Komplements von X steigt.

Lösung:

Nach rechts verschieben: der Einkommensanstieg (bei einem normalen Gut steigt die Nachfrage), der teurere Ersatz (Konsumenten wechseln zu X) und die Erwartung steigender Preise (Käufe werden vorgezogen). Die Preissenkung von X selbst ist dagegen eine Bewegung auf der Kurve: Die nachgefragte Menge steigt, die Nachfrage bleibt unverändert. Ein teureres Komplement verschiebt die Nachfrage nach X nach links, weil die gemeinsame Nutzung teurer wird.

Das ist die Klausurfalle schlechthin: Eine Änderung der nachgefragten Menge (Bewegung auf der Kurve, ausgelöst nur durch den eigenen Preis) ist etwas anderes als eine Änderung der Nachfrage (Verschiebung der gesamten Kurve durch Einkommen, Preise verwandter Güter, Präferenzen, Erwartungen oder die Zahl der Nachfrager). Wer die Preissenkung von X als Rechtsverschiebung einordnet, verwechselt genau diese beiden Konzepte.

4. Auf dem Markt für Gut X gelten N(p) = 120 − 2p und A(p) = 2p − 20 (Preis in €, Menge in Stück); das Gleichgewicht liegt bei p* = 35 € und x* = 50. Nun wird eine Mengensteuer von 10 € je Stück eingeführt, die formal die Anbieter abführen. Bestimme (1) das neue Marktgleichgewicht (Konsumentenpreis, Erzeugerpreis, Menge), (2) die Verteilung der Steuerlast sowie das Steueraufkommen und (3) den Wohlfahrtsverlust. Erkläre außerdem, warum sich die Lastverteilung nicht ändert, wenn die Steuer formal bei den Nachfragern erhoben wird.

Lösung:

(1) Mit der Steuer erhalten die Anbieter je Stück nur den Konsumentenpreis p abzüglich 10 €. Die Angebotsfunktion wird zu A(p) = 2 × (p − 10) − 20 = 2p − 40. Gleichsetzen: 120 − 2p = 2p − 40, also 160 = 4p. Der Konsumentenpreis steigt auf 40 €, die Menge sinkt auf 120 − 80 = 40 Stück, die Anbieter behalten 40 − 10 = 30 € je Stück.

(2) Die Nachfrager zahlen 40 € statt 35 € (Mehrbelastung 5 €), die Anbieter erhalten 30 € statt 35 € (Mindererlös 5 €). Beide Seiten tragen hier genau die Hälfte, weil Nachfrage- und Angebotskurve betragsgleiche Steigungen haben. Steueraufkommen: 10 € × 40 = 400 €.

(3) Durch die Steuer entfallen 50 − 40 = 10 gehandelte Einheiten. Der Wohlfahrtsverlust ist das Dreieck 0,5 × 10 € × 10 = 50 €. Probe über die Renten: Konsumentenrente 0,5 × (60 − 40) × 40 = 400 €, Produzentenrente 0,5 × (30 − 10) × 40 = 400 €, plus Steueraufkommen 400 € ergibt 1.200 € — genau 50 € weniger als die ursprüngliche Gesamtwohlfahrt von 1.250 €.

Würde die Steuer formal bei den Nachfragern erhoben, verschöbe sich stattdessen deren Zahlungsbereitschaftskurve um 10 € nach unten — mit identischem Ergebnis: Konsumenten zahlen inklusive Steuer 40 €, Anbieter erhalten 30 €. Die ökonomische Lastverteilung bestimmen allein die Elastizitäten beider Marktseiten; die unelastischere Seite kann schlechter ausweichen und trägt mehr. Der formale Steuerschuldner legt nur fest, wer überweist.

Eine vollständige Antwort enthält (1) das neue Gleichgewicht mit allen drei Größen (40 €, 30 €, 40 Stück), (2) die Lastverteilung 5 € zu 5 € mit der Begründung über die gleichen Steigungen bzw. Elastizitäten samt Aufkommen 400 €, (3) das Wohlfahrtsdreieck 50 € — idealerweise mit Rentenprobe — und den Kernsatz zur Inzidenz: Wer die Steuer wirtschaftlich trägt, entscheiden die Elastizitäten, nicht der Gesetzgeber. Der häufigste Fehler ist, die gesamte Last der formal zahlenden Marktseite zuzurechnen.

5. Ein Monopolist sieht sich der Nachfrage p(x) = 100 − x gegenüber; die Grenzkosten sind konstant 20 €, Fixkosten fallen keine an. Welche Menge und welchen Preis wählt er im Gewinnmaximum?

  • ✓ x = 40, p = 60 €
  • x = 80, p = 20 €
  • x = 40, p = 20 €
  • x = 60, p = 40 €

Lösung:

Der Erlös beträgt E(x) = (100 − x) × x = 100x − x², der Grenzerlös GE(x) = 100 − 2x — bei linearer Nachfrage fällt er doppelt so steil wie die Nachfragekurve und liegt damit unter dem Preis. Gewinnmaximum bei GE = GK: 100 − 2x = 20, also x = 40. Den Preis liefert die Nachfragekurve: p = 100 − 40 = 60 €. Das ist der Cournot-Punkt; der Gewinn beträgt (60 − 20) × 40 = 1.600 €.

Die Kombination x = 80, p = 20 € wäre das Ergebnis bei vollkommener Konkurrenz (Preis = Grenzkosten) — im Vergleich dazu verknappt und verteuert das Monopol, der Wohlfahrtsverlust beträgt 0,5 × 40 × 40 = 800 €. Wer x = 40 mit p = 20 € kombiniert, verwechselt den Grenzerlös mit dem Preis: Verlangt wird, was die Nachfrager bei der Menge 40 zu zahlen bereit sind. x = 60 mit p = 40 € liegt zwar auf der Nachfragekurve, verletzt aber die Optimalbedingung GE = GK.

6. Welche Aussagen zu öffentlichen Gütern und Informationsproblemen treffen zu?

  • ✓ Öffentliche Güter sind durch Nicht-Ausschließbarkeit und Nicht-Rivalität zugleich gekennzeichnet.
  • ✓ Beim Trittbrettfahrerproblem verschweigen Nutzer ihre wahre Zahlungsbereitschaft, weil sie vom Konsum ohnehin nicht ausgeschlossen werden können.
  • ✓ Ein Gut, das nicht-rival, aber ausschließbar ist, ist ein Klubgut (Mautgut) — kein öffentliches Gut.
  • Öffentliche Güter sind definiert als alle Güter, die der Staat bereitstellt.
  • Adverse Selektion entsteht erst nach Vertragsschluss durch verändertes Verhalten der besser informierten Seite.

Lösung:

Öffentliche Güter definieren sich über beide Eigenschaften gemeinsam: Niemand kann ausgeschlossen werden, und zusätzlicher Konsum verdrängt niemanden. Genau daraus folgt das Trittbrettfahrerproblem — wer ohnehin mitkonsumiert, hat keinen Anreiz zu zahlen, private Bereitstellung fällt zu gering aus. Fehlt nur die Rivalität, während Ausschluss möglich ist, liegt ein Klubgut vor. Die Definition über den staatlichen Anbieter ist falsch: Entscheidend sind die Guteigenschaften, nicht, wer bereitstellt. Adverse Selektion wirkt vor Vertragsschluss (verborgene Eigenschaften, etwa die Qualität eines Gebrauchtwagens); verändertes Verhalten nach Vertragsschluss heißt Moral Hazard.

Klausurrelevant sind vor allem zwei Abgrenzungen: Erstens braucht ein öffentliches Gut beide Kriterien — Nicht-Ausschließbarkeit und Nicht-Rivalität; je nur eines führt zu Allmendegut (rival, nicht ausschließbar) oder Klubgut (nicht-rival, ausschließbar). Zweitens beschreibt adverse Selektion verborgene Eigenschaften vor dem Vertrag, Moral Hazard verborgenes Verhalten danach.

7. Anna und Ben backen Brot und kochen Marmelade. An einem Arbeitstag schafft Anna 8 Brote oder 4 Gläser Marmelade, Ben 2 Brote oder 2 Gläser (jeweils auch anteilig kombinierbar). Bestimme die Opportunitätskosten beider Personen für beide Güter, ordne die komparativen Vorteile zu und zeige mit einem Zahlenbeispiel, dass Spezialisierung die Gesamtproduktion erhöht. Warum lohnt sich der Tausch, obwohl Anna bei beiden Gütern absolut überlegen ist?

Lösung:

Opportunitätskosten: Anna gibt für 1 Brot 0,5 Gläser Marmelade auf, für 1 Glas 2 Brote. Ben gibt für 1 Brot 1 Glas auf, für 1 Glas 1 Brot. Anna hat den komparativen Vorteil beim Brot (0,5 Gläser statt 1 Glas), Ben bei der Marmelade (1 Brot statt 2 Brote) — obwohl Anna bei beidem absolut überlegen ist.

Zahlenbeispiel: Teilen beide ihre Zeit hälftig, produziert Anna 4 Brote und 2 Gläser, Ben 1 Brot und 1 Glas — zusammen 5 Brote und 3 Gläser. Spezialisieren sie sich entlang der komparativen Vorteile — Anna backt drei Viertel des Tages (6 Brote) und kocht ein Viertel (1 Glas), Ben kocht nur noch Marmelade (2 Gläser) —, entstehen 6 Brote und 3 Gläser: ein Brot mehr aus denselben Ressourcen.

Tausch lohnt sich zu jedem Verhältnis zwischen den Opportunitätskosten, etwa 1 Glas gegen 1,5 Brote: Anna erhält Marmelade für 1,5 Brote statt der eigenen 2, Ben bekommt für sein Glas 1,5 Brote statt des einen, das er selbst schaffen würde. Entscheidend sind die relativen Kosten: Solange sich die Opportunitätskosten unterscheiden, hat zwingend jede Person bei genau einem Gut den komparativen Vorteil — auch die absolut unterlegene.

Eine vollständige Antwort enthält die vier Opportunitätskostenwerte, die Zuordnung beider komparativer Vorteile, ein Mengenbeispiel mit Vorher-nachher-Vergleich der Gesamtproduktion (hier 5 gegenüber 6 Broten bei jeweils 3 Gläsern) und ein Tauschverhältnis im Intervall zwischen den Opportunitätskosten. Der Kernsatz: Absoluter Vorteil beantwortet, wer produktiver ist — für Spezialisierung und Tauschgewinne zählen allein die komparativen Vorteile.

8. Auf einem Markt gilt die Nachfragefunktion N(p) = 120 − 2p; der Gleichgewichtspreis beträgt 35 €, die Gleichgewichtsmenge 50 Stück. Wie hoch ist die Konsumentenrente?

  • ✓ 625 €
  • 1.250 €
  • 875 €
  • 312,50 €

Lösung:

Zuerst den Prohibitivpreis bestimmen, bei dem die Nachfrage null wird: 120 − 2p = 0, also p = 60 €. Die Konsumentenrente ist bei linearer Nachfrage das Dreieck zwischen Nachfragekurve und Preislinie: 0,5 × (60 − 35) × 50 = 0,5 × 25 × 50 = 625 €.

1.250 € vergisst die Halbierung der Dreiecksfläche, 875 € rechnet mit dem Marktpreis von 35 € statt mit dem Abstand zwischen Prohibitivpreis und Marktpreis, 312,50 € halbiert doppelt. Konzeptionell wichtig: Die Konsumentenrente ist die Summe der Differenzen zwischen Zahlungsbereitschaft und gezahltem Preis über alle gekauften Einheiten — also eine Fläche unter der Nachfragekurve, keine gefühlte Ersparnis gegenüber einem Wunschpreis.

9. Welche Aussagen zu Elastizitäten treffen zu?

  • ✓ Eine positive Kreuzpreiselastizität weist auf Substitute hin.
  • ✓ Eine negative Einkommenselastizität kennzeichnet inferiore Güter.
  • Eine Preiselastizität von −0,5 bedeutet elastische Nachfrage.
  • ✓ Bei unelastischer Nachfrage erhöht eine Preiserhöhung den Umsatz.
  • Komplemente haben eine positive Kreuzpreiselastizität.

Lösung:

Substitute reagieren positiv auf Preiserhöhungen des anderen Gutes (wird Butter teurer, steigt die Margarinenachfrage — Kreuzpreiselastizität etwa +0,8). Inferiore Güter werden bei steigendem Einkommen weniger nachgefragt, ihre Einkommenselastizität ist negativ. Bei unelastischer Nachfrage sinkt die Menge prozentual schwächer, als der Preis steigt, deshalb wächst der Umsatz: Bei Elastizität −0,5 führt +10 % Preis zu −5 % Menge, etwa von 2.000 € auf 22 € × 95 = 2.090 €. Falsch sind die beiden übrigen Aussagen: −0,5 hat einen Betrag unter 1 und ist damit unelastisch, und Komplemente haben eine negative Kreuzpreiselastizität — verteuert sich das Partnergut, sinkt die Nachfrage.

Merkschema: Bei der Preiselastizität zählt der Betrag (über 1 elastisch, unter 1 unelastisch), bei Einkommens- und Kreuzpreiselastizität zählt das Vorzeichen (positiv: normales Gut bzw. Substitute; negativ: inferiores Gut bzw. Komplemente). Die Umsatzregel folgt direkt daraus: Preiserhöhungen lohnen sich nur im unelastischen Bereich.

10. Auf dem Markt für Gut X gelten N(p) = 120 − 2p und A(p) = 2p − 20; das Gleichgewicht liegt bei p* = 35 € und x* = 50 Stück. Analysiere im Modell: (1) Es wird ein Höchstpreis von 30 € festgelegt — bestimme nachgefragte, angebotene und gehandelte Menge und beschreibe die Folgen. (2) Wie wirkt stattdessen ein Mindestpreis von 40 €? (3) Warum bleibt ein Höchstpreis von 40 € wirkungslos?

Lösung:

(1) Beim Höchstpreis 30 € gilt: nachgefragt N(30) = 120 − 60 = 60 Stück, angeboten A(30) = 60 − 20 = 40 Stück. Gehandelt wird die kurze Marktseite, also 40 Stück — es bleibt eine Knappheit von 20 Stück. Weil der Preis die Lücke nicht schließen darf, verteilen nicht-preisliche Mechanismen die knappe Menge, etwa Warteschlangen, Wartelisten oder Zufall. Die gehandelte Menge liegt unter der Gleichgewichtsmenge, mögliche Tauschgewinne entfallen — es entsteht ein Wohlfahrtsverlust.

(2) Beim Mindestpreis 40 € kehrt sich das Bild um: nachgefragt N(40) = 40 Stück, angeboten A(40) = 60 Stück — ein Überschuss von 20 Stück. Gehandelt werden wieder nur 40 Stück, diesmal begrenzt die Nachfrageseite; ein Teil der angebotenen Menge findet keinen Käufer.

(3) Ein Höchstpreis von 40 € liegt über dem Gleichgewichtspreis von 35 € und bindet deshalb nicht: Der Markt räumt bereits bei 35 €, die Obergrenze wird nie erreicht. Bindend ist ein Höchstpreis nur unterhalb, ein Mindestpreis nur oberhalb des Gleichgewichtspreises. Das Modell liefert dabei Preis-, Mengen- und Wohlfahrtseffekte sowie die Umverteilung zwischen den Marktseiten — ob ein Eingriff wünschenswert ist, beantwortet es nicht.

Volle Punktzahl erfordert beide Mengenpaare (60/40 und 40/60), die gehandelte Menge 40 in beiden Fällen, die Begriffe Knappheit und Überschuss samt Rationierungsfolge sowie das Kriterium der Bindung. Zwei typische Fehler: Erstens wird beim Höchstpreis oft behauptet, die Nachfrage sinke — tatsächlich steigt die nachgefragte Menge auf 60, nur bedient werden 40. Zweitens wird übersehen, dass Preisgrenzen auf der falschen Seite des Gleichgewichts schlicht wirkungslos sind.

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