Kompetitive Antagonisten verschieben die Dosis-Wirkungs-Kurve nach rechts, nicht-kompetitive drücken ihr Maximum – und nach vier Halbwertszeiten sind noch 6,25 % einer Substanz übrig. Wer solche Zusammenhänge herleiten kann, statt sie auswendig zu lernen, hat die allgemeine Pharmakologie im Griff: Das Fach besteht aus wenigen Prinzipien, die sich durch fast jede Prüfungsfrage ziehen. Zwei Begriffe geben die Struktur vor – Pharmakokinetik und Pharmakodynamik, also was der Körper mit dem Pharmakon macht und was das Pharmakon mit dem Körper macht. Diese Pharmakologie-Zusammenfassung behandelt genau diese Prinzipien; konkrete Therapieentscheidungen und Dosierungen sind bewusst kein Thema. Alle Inhalte sind Prüfungswissen für Studium und Physikum – keine medizinische Beratung.
Die Kinetik folgt dem ADME-Schema: Resorption mit dem pH-Prinzip schwacher Säuren und Basen, Bioverfügbarkeit mit dem First-Pass-Effekt der Leber, Verteilungsvolumen und Plasmaproteinbindung, Metabolismus über das CYP-System mit Enzyminduktion und -hemmung als Interaktionsprinzip, Elimination mit Halbwertszeit, Clearance und dem Unterschied zwischen Kinetik nullter und erster Ordnung. Die Dynamik liefert die Werkzeuge für den Rest: Rezeptortypen vom schnellen Ionenkanal bis zum trägen nukleären Rezeptor, die sigmoide Dosis-Wirkungs-Kurve mit der EC₅₀, die Unterscheidung von Potenz und Wirksamkeit, die Systematik der Agonisten und Antagonisten, therapeutische Breite, Toleranz und die Klassifikation unerwünschter Wirkungen. Genau diese Mechanismen fragt Pharma im Physikum ab – oft als Kurvenvergleich oder als Rechnung in Halbwertszeit-Schritten, und beides lässt sich trainieren.
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Zwei Fragen strukturieren das gesamte Fach: Was macht der Körper mit dem Pharmakon – das ist die Pharmakokinetik mit ihren vier Stationen Resorption, Verteilung, Metabolismus und Elimination. Und was macht das Pharmakon mit dem Körper – das ist die Pharmakodynamik mit Rezeptor, Signalweg und Dosis-Wirkungs-Beziehung. Alles Folgende ist Prüfungswissen der allgemeinen Pharmakologie; Rechenbeispiele arbeiten mit normierten Größen wie einer Dosis D, der Plasmakonzentration c₀ und Prozentwerten – nicht mit konkreten Substanzmengen.
Ein Pharmakon ist jeder Stoff, der an biologischen Strukturen eine Wirkung auslöst. Wird er gezielt wegen dieser Wirkung eingesetzt, spricht man vom Wirkstoff; das Arzneimittel ist das fertige Produkt aus Wirkstoff und Hilfsstoffen in einer Arzneiform. Für die Kinetik hat sich das ADME-Schema etabliert: Absorption, Distribution, Metabolismus, Exkretion – erweitert um die Liberation (Freisetzung aus der Arzneiform) zum LADME-Schema.
Grob unterscheidet man enterale Wege über den Verdauungstrakt (peroral, sublingual, rektal) von parenteralen Wegen daran vorbei (intravenös, intramuskulär, subkutan, inhalativ, transdermal). Die Wahl hat eine zentrale Konsequenz: Peroral resorbierte Stoffe fließen über die Pfortader zuerst durch die Leber, bevor sie den großen Kreislauf erreichen – die Grundlage des First-Pass-Effekts. Sublinguale Gabe umgeht die Pfortader weitgehend, rektale nur teilweise, weil ein Teil des venösen Abflusses zur Pfortader zieht.
Resorption heißt in den meisten Fällen passive Diffusion durch Lipidmembranen – und die passiert vor allem die ungeladene, lipophile Form eines Moleküls. Für schwache Säuren und Basen entscheidet deshalb das Verhältnis von pH-Wert und pKs: Im sauren Magen liegt eine schwache Säure überwiegend protoniert und ungeladen vor und kann bereits dort resorbiert werden, während eine schwache Base protoniert-geladen festhängt und erst im höheren pH des Dünndarms gut aufgenommen wird. Wichtigster Resorptionsort bleibt wegen seiner riesigen Oberfläche der Dünndarm.
Die Bioverfügbarkeit F ist der Anteil einer Dosis D, der den systemischen Kreislauf unverändert erreicht. Bei intravenöser Gabe wird die Substanz direkt ins Blut gegeben – F beträgt per Definition 100 % und dient als Referenz. Oral liegt F darunter, aus zwei Gründen: unvollständige Resorption und der First-Pass-Effekt, also die präsystemische Metabolisierung in Darmwand und Leber vor dem ersten Erreichen des großen Kreislaufs. Bestimmt wird F über den Vergleich der Flächen unter der Konzentrations-Zeit-Kurve: F = AUC oral geteilt durch AUC intravenös bei gleicher Dosis D. Ein hoher First-Pass erklärt, warum orale und intravenöse Bioverfügbarkeit derselben Substanz weit auseinanderliegen können.
Das Verteilungsvolumen Vd ist eine rechnerische Größe: das Volumen, in dem sich die Dosis D verteilen müsste, um die gemessene Plasmakonzentration c₀ zu ergeben (Vd = D/c₀). Ein Vd weit über dem gesamten Körperwasser zeigt Anreicherung im Gewebe – typisch für lipophile Substanzen –, ein kleines Vd nahe dem Plasmavolumen spricht für Verbleib im Blut, etwa bei starker Bindung an Plasmaproteine. Diese Plasmaproteinbindung (vor allem an Albumin) wirkt als Depot: Nur der freie Anteil ist wirksam, membrangängig und eliminierbar. Verdrängt eine zweite Substanz die erste aus der Bindung, steigt deren freier Anteil vorübergehend an – das klassische Interaktionsprinzip der Prüfung. Zwei Barrieren gehören in jede Antwort zur Verteilung: Die Blut-Hirn-Schranke mit ihren Tight Junctions lässt bevorzugt kleine, lipophile Moleküle oder Substrate spezifischer Transporter passieren; die Plazentaschranke ist keine dichte Barriere – lipophile Pharmaka treten auf den Fetus über.
Ziel der Biotransformation ist, lipophile Stoffe hydrophil und damit ausscheidbar zu machen. Phase-I-Reaktionen funktionalisieren das Molekül durch Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse – getragen vor allem vom Cytochrom-P450-System (CYP) im glatten ER der Hepatozyten, mit CYP3A4 als dem Enzym mit dem breitesten Substratspektrum. Phase-I-Metaboliten können noch aktiv sein; beim Prodrug ist das sogar der Zweck: Eine inaktive Vorstufe wird erst durch den Metabolismus in die Wirkform überführt, wie der ACE-Hemmer Enalapril, der zur aktiven Form Enalaprilat hydrolysiert wird. Phase-II-Reaktionen koppeln anschließend hydrophile Reste an – Glucuronsäure, Sulfat, Acetylgruppen oder Glutathion – und machen die Produkte in der Regel inaktiv und nierengängig.
Am CYP-System entscheidet sich auch das Prüfungsprinzip der Interaktionen: Enzyminduktion steigert die Synthese von CYP-Enzymen, andere CYP-Substrate werden schneller abgebaut, ihre Wirkspiegel sinken – Lehrbuchbeispiel ist der Induktor Rifampicin. Enzymhemmung blockiert den Abbau, die Spiegel steigen – Lehrbuchbeispiel sind Inhaltsstoffe von Grapefruitsaft an CYP3A4. Die Richtung nie verwechseln: Induktion senkt, Hemmung erhöht. Die Induktion setzt zudem verzögert ein, weil erst neue Enzymmoleküle gebildet werden müssen. Genetische Polymorphismen erklären als drittes Prinzip die interindividuelle Variabilität: Langsame Metabolisierer erreichen mit derselben Dosis höhere, ultraschnelle niedrigere Plasmaspiegel – bei Prodrugs jeweils spiegelbildlich für die aktive Form.
Ausgeschieden wird vor allem renal – glomeruläre Filtration des freien Anteils, tubuläre Sekretion, pH-abhängige Rückresorption – und biliär, teils mit enterohepatischem Kreislauf. Die Clearance fasst die Leistung zusammen: das Plasmavolumen, das pro Zeiteinheit vollständig von der Substanz befreit wird; die Gesamtclearance ist die Summe der Organclearances. Die physiologischen Grundlagen dazu stehen auf der Lernseite zur Atmungs- und Nierenphysiologie.
Die meisten Pharmaka folgen einer Kinetik 1. Ordnung: Pro Zeiteinheit wird ein konstanter Anteil eliminiert, die Konzentration fällt exponentiell, und die Halbwertszeit t½ ist konstant. Damit wird die Kinetik zur Rechenaufgabe in t½-Schritten: Nach n Halbwertszeiten bleibt (½)ⁿ übrig – aus 100 % werden 50 %, 25 %, 12,5 % und 6,25 % nach vier t½. Beispiel: Bei einer t½ von 6 Stunden sind nach 24 Stunden noch 6,25 % von c₀ im Plasma; nach 4–5 Halbwertszeiten gilt eine Substanz als praktisch eliminiert. Die Kinetik 0. Ordnung ist der Sonderfall gesättigter Enzyme: Pro Zeiteinheit wird eine konstante Menge abgebaut – der Klassiker ist Ethanol an der Alkoholdehydrogenase. Eine konstante Halbwertszeit ist hier nicht definiert, die Abbaudauer hängt von der Ausgangsmenge ab.
Bei wiederholter oder kontinuierlicher Zufuhr steigt der Spiegel, bis Zufuhr und Elimination gleich groß sind – der Steady State. Weil die Elimination 1. Ordnung mit der Konzentration wächst, halbiert jede Halbwertszeit den Abstand zum Plateau: 50 %, 75 %, 87,5 %, 93,75 %, rund 97 % nach fünf t½. Das Fließgleichgewicht ist also nach etwa 4–5 Halbwertszeiten erreicht – unabhängig von der Höhe der Dosis, die nur die Höhe des Plateaus bestimmt. Substanzen mit langer t½ kumulieren entsprechend über Tage.
Vier Rezeptorfamilien decken fast alle Prüfungsfragen ab, sortiert nach Tempo: Ionotrope Rezeptoren sind ligandgesteuerte Ionenkanäle und antworten in Millisekunden (nikotinischer Acetylcholinrezeptor; Benzodiazepine wirken hier als allosterische Modulatoren am GABA-A-Rezeptor – prüfungsrelevant ist der Mechanismus). G-Protein-gekoppelte Rezeptoren arbeiten über Second Messenger im Sekundenbereich (β-Rezeptor, Opioidrezeptoren). Enzymgekoppelte Rezeptoren wie die Rezeptor-Tyrosinkinasen (Insulinrezeptor) liegen dazwischen, und nukleäre Rezeptoren (Steroidhormone) wirken über Transkription mit einer Latenz von Stunden. Trägt man die Wirkung gegen den Logarithmus der Dosis auf, entsteht die sigmoide Dosis-Wirkungs-Kurve. Die EC₅₀ – die Konzentration halbmaximaler Wirkung – beschreibt die Lage der Kurve und damit die Potenz: kleine EC₅₀, Kurve links, hohe Potenz. Die Wirksamkeit (Efficacy) ist dagegen die Höhe des Plateaus. Der Klausurklassiker: Kurvenlage und Maximalhöhe sind unabhängig – das potentere Pharmakon ist nicht automatisch das wirksamere.
Zwei Eigenschaften systematisieren alle Liganden: Affinität (wie stark bindet er?) und intrinsische Aktivität (wie stark aktiviert er, Skala 0 bis 1). Der Vollagonist erreicht 1, der Partialagonist bleibt darunter und wirkt neben einem Vollagonisten als funktioneller Antagonist, der neutrale Antagonist bindet mit intrinsischer Aktivität 0, und der inverse Agonist senkt die konstitutive Grundaktivität eines Rezeptors. Beim Antagonismus zählt das Kurvenverhalten: Der kompetitive Antagonist bindet reversibel an derselben Stelle wie der Agonist – die Kurve verschiebt sich nach rechts, das Maximum bleibt mit genug Agonist erreichbar (Betablocker am β-Rezeptor, Atropin am Muskarinrezeptor). Der nicht-kompetitive Antagonist bindet an anderer Stelle oder irreversibel – das Maximum sinkt und ist nicht wiederherstellbar. Die Parallele zur Enzymhemmung trägt durch die Prüfung: kompetitiv wie Km erhöht bei konstanter Vmax, nicht-kompetitiv wie gesenkte Vmax.
Die therapeutische Breite beschreibt als Konzept den Abstand zwischen wirksamer und toxischer Dosis, klassisch als Quotient TD₅₀/ED₅₀. Ein enges therapeutisches Fenster bedeutet eine geringe Sicherheitsreserve – ein Prinzip, das ohne konkrete Substanzwerte geprüft wird. Toleranz ist der Wirkverlust bei wiederholter Exposition: pharmakokinetisch durch Enzyminduktion, pharmakodynamisch durch Rezeptor-Downregulation oder Desensitisierung – so erklärt die Prüfung etwa die Toleranzentwicklung an Opioidrezeptoren. Tachyphylaxie meint den raschen Wirkverlust innerhalb kurzer Zeit, klassisch durch Entleerung von Transmitterspeichern. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden systematisch klassifiziert: Typ A ist dosisabhängig, aus dem Mechanismus vorhersagbar und häufig; Typ B ist idiosynkratisch, weitgehend dosisunabhängig und selten – etwa allergische Reaktionen, die eine vorausgegangene Sensibilisierung voraussetzen. Der Placebo-Effekt (und sein Gegenstück, der Nocebo-Effekt) zeigt messbare Wirkungen allein durch Erwartung – der Grund, warum Wirksamkeit in randomisierten, verblindeten Studien geprüft wird.
Der Weg zur Zulassung ist Prozesswissen: Auf die Präklinik (Zell- und Tierversuche zu Toxizität und Kinetik) folgen Phase I an wenigen gesunden Freiwilligen (Verträglichkeit, Kinetik), Phase II an Patienten (Dosisfindung, erste Wirksamkeitssignale) und Phase III als große randomisierte Studien für den Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweis. Nach der Zulassung erfasst Phase IV (Pharmakovigilanz) seltene unerwünschte Wirkungen im breiten Einsatz.
Diese Zusammenfassung bündelt Prüfungswissen der allgemeinen Pharmakologie für Studium und Physikum. Sie beschreibt Prinzipien und Mechanismen, keine Therapie: Aus den genannten Wirkstoffklassen und Lehrbuchbeispielen folgen keine Anwendungs- oder Einnahmeentscheidungen, und der Text ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.
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Pharmakon ist der Oberbegriff für jeden Stoff, der an biologischen Strukturen eine Wirkung auslöst. Ein Wirkstoff ist ein Pharmakon, das gezielt wegen dieser Wirkung eingesetzt wird. Das Arzneimittel ist das fertige Produkt aus Wirkstoff und Hilfsstoffen in einer bestimmten Arzneiform, etwa Tablette oder Injektionslösung.
Pharmakokinetik: was der Körper mit dem Pharmakon macht – Resorption, Verteilung, Metabolismus und Elimination (ADME). Pharmakodynamik: was das Pharmakon mit dem Körper macht – Rezeptorbindung, Signalweg, Wirkung und Dosis-Wirkungs-Beziehung. Jede Detailfrage der allgemeinen Pharmakologie lässt sich einer der beiden Perspektiven zuordnen.
Absorption (Resorption), Distribution (Verteilung), Metabolismus (Biotransformation) und Exkretion (Ausscheidung) – erweitert um die Liberation, also die Freisetzung des Wirkstoffs aus der Arzneiform, ergibt sich das LADME-Schema.
Peroral resorbierte Stoffe gelangen über die Pfortader zuerst in die Leber und können dort sowie schon in der Darmwand metabolisiert werden, bevor sie den großen Kreislauf erreichen (präsystemische Elimination). Intravenöse Gabe führt direkt in den systemischen Kreislauf; auch die sublinguale Gabe umgeht die Pfortader weitgehend.
Lipidmembranen passiert vor allem die ungeladene, lipophile Form. Im sauren Magen liegt eine schwache Säure überwiegend protoniert und damit ungeladen vor und kann bereits dort diffundieren. Eine schwache Base ist im Magen protoniert-geladen und wird erst im höheren pH des Dünndarms gut resorbiert. Entscheidend ist das Verhältnis von pH-Wert und pKs-Wert.
Die Bioverfügbarkeit F ist der Anteil einer Dosis D, der den systemischen Kreislauf unverändert erreicht. Bei intravenöser Gabe wird die Substanz direkt ins Blut gegeben – F ist per Definition 100 % und dient als Referenz für alle anderen Applikationswege. Oral liegt F wegen unvollständiger Resorption und First-Pass-Effekt darunter.
Die Blut-Hirn-Schranke (Kapillarendothel mit Tight Junctions) lässt vor allem kleine, lipophile Moleküle oder Substrate spezifischer Transporter ins ZNS; hydrophile und stark proteingebundene Stoffe bleiben weitgehend draußen. Die Plazentaschranke ist keine dichte Barriere: Lipophile Pharmaka können auf den Fetus übertreten – prüfungsrelevant als Verteilungsprinzip.
Vd ist eine rechnerische Größe: das Volumen, in dem sich die Dosis D verteilen müsste, um die gemessene Plasmakonzentration c₀ zu ergeben (Vd = D/c₀). Ein Vd weit über dem Körperwasser zeigt Anreicherung im Gewebe, typisch für lipophile Substanzen. Ein kleines Vd nahe dem Plasmavolumen spricht für Verbleib im Blut, etwa bei starker Plasmaproteinbindung.
Nur der freie, ungebundene Anteil eines Pharmakons ist wirksam, membrangängig und eliminierbar; der an Albumin gebundene Anteil wirkt als Depot. Verdrängt eine zweite Substanz die erste aus der Bindung, steigt deren freier Anteil vorübergehend an – das klassische Interaktionsprinzip aus der Prüfung; meist fängt die beschleunigte Elimination den Anstieg wieder ab.
Phase I funktionalisiert das Molekül durch Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse – überwiegend durch CYP-Enzyme im glatten ER der Leber; die Metaboliten können noch aktiv sein. Phase II konjugiert die Substanz mit hydrophilen Resten wie Glucuronsäure, Sulfat oder Glutathion – die Produkte sind in der Regel inaktiv und werden renal oder biliär ausgeschieden.
Ein Prodrug ist eine inaktive oder wenig aktive Vorstufe, die erst durch Biotransformation in die eigentliche Wirkform überführt wird. Lehrbuchbeispiel ist der ACE-Hemmer Enalapril, der zur aktiven Form Enalaprilat hydrolysiert wird. Gründe für das Prinzip sind etwa bessere Resorption oder Stabilität der Vorstufe.
Genetische Polymorphismen von Stoffwechselenzymen (klassisch CYP2D6 oder die N-Acetyltransferase) führen dazu, dass dieselbe Dosis unterschiedliche Plasmaspiegel erzeugt: Langsame Metabolisierer bauen Substrate verzögert ab und erreichen höhere Spiegel, ultraschnelle niedrigere – bei Prodrugs jeweils spiegelbildlich für die aktive Wirkform. Prüfungsprinzip der interindividuellen Variabilität.
Bei Kinetik 1. Ordnung fällt die Plasmakonzentration pro t½ auf die Hälfte: von 100 % auf 50 %, 25 %, 12,5 % und 6,25 % nach vier t½ – allgemein bleibt nach n Halbwertszeiten (½)ⁿ übrig. Nach 4–5 t½ gilt eine Substanz als praktisch eliminiert. Beispiel: Bei t½ = 6 Stunden sind nach 24 Stunden noch 6,25 % von c₀ vorhanden.
Der Spiegel steigt, bis Zufuhr und Elimination gleich groß sind. Jede Halbwertszeit halbiert den Abstand zum Plateau: 50 %, 75 %, 87,5 %, 93,75 % und rund 97 % nach fünf t½. Das Fließgleichgewicht ist damit nach etwa 4–5 Halbwertszeiten erreicht – die Zeit hängt nur von t½ ab, nicht von der Dosishöhe; die Dosis bestimmt allein die Höhe des Plateaus.
Die Clearance ist das Plasmavolumen, das pro Zeiteinheit vollständig von einer Substanz befreit wird – das Maß für die Eliminationsleistung. Die Gesamtclearance ist die Summe der Organclearances, vor allem renal (glomeruläre Filtration des freien Anteils, tubuläre Sekretion, pH-abhängige Rückresorption) und hepatisch-biliär, teils mit enterohepatischem Kreislauf.
Potenz beschreibt die Lage der Dosis-Wirkungs-Kurve: Je kleiner die EC₅₀, desto potenter – die Kurve liegt weiter links, halbmaximale Wirkung bei geringerer Konzentration. Wirksamkeit (Efficacy) beschreibt die maximal erreichbare Wirkung, also die Höhe des Kurvenplateaus. Beide Eigenschaften sind unabhängig: Das potentere Pharmakon ist nicht automatisch das wirksamere.
Placebo-Effekt: messbare günstige Wirkung nach Gabe einer wirkstofffreien Zubereitung, getragen von Erwartung und Konditionierung. Nocebo-Effekt: auf demselben Weg ausgelöste unerwünschte Wirkungen. Beide sind der Grund, warum Wirksamkeit in randomisierten, verblindeten, kontrollierten Studien geprüft wird – nur so lässt sich die pharmakologische Wirkung vom Erwartungseffekt trennen.
Präklinik: Zell- und Tierversuche zu Toxizität und Kinetik. Phase I: wenige gesunde Freiwillige, Verträglichkeit und Pharmakokinetik. Phase II: Patienten, Dosisfindung und erste Wirksamkeitssignale. Phase III: große randomisierte Studien zum Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweis, danach Zulassung. Phase IV: Pharmakovigilanz nach der Zulassung, um seltene unerwünschte Wirkungen zu erfassen.
Lerne diese Karten mit Spaced Repetition weiter — kostenfrei in deinem Learnboost Account.
Lernkarten übernehmenLösung:
Substanz A ist die potentere: Ihre EC₅₀ ist kleiner, die Kurve liegt weiter links, die halbmaximale Wirkung wird bei geringerer Konzentration erreicht. Die Wirksamkeit (Efficacy) beider Substanzen ist gleich, denn sie beschreibt die Höhe des Plateaus – und die ist identisch.
Der Klausurklassiker lebt von der Trennung zweier unabhängiger Eigenschaften: Die Potenz steckt in der Kurvenlage (EC₅₀) – linksverschoben heißt potenter. Die Wirksamkeit steckt in der Maximalhöhe. Eine linksverschobene Kurve sagt deshalb nichts über die Maximalwirkung aus, und aus den Kurven allein lässt sich auch keine therapeutische Breite ablesen – dafür bräuchte man zusätzlich die Kurve der toxischen Wirkung.
Lösung:
Es liegt ein kompetitiver Antagonismus vor: Rechtsverschiebung der Kurve bei erreichbarem Maximum ist seine Signatur. Weil X reversibel am selben Bindungsort konkurriert, kann ein Überschuss an Agonist den Antagonisten vollständig verdrängen – es braucht nur mehr Agonist für dieselbe Wirkung.
Kompetitiv heißt überwindbar: Rechtsverschiebung, Maximum erreichbar – analog zur kompetitiven Enzymhemmung, bei der Km scheinbar steigt und Vmax konstant bleibt. Beim nicht-kompetitiven oder irreversiblen Antagonismus sinkt dagegen das Maximum und lässt sich auch mit viel Agonist nicht wiederherstellen, weil funktionsfähige Rezeptoren fehlen. Ein inverser Agonist würde nicht nur blockieren, sondern die Grundaktivität unter das Ausgangsniveau drücken.
Lösung:
In Halbwertszeit-Schritten gerechnet: nach 8 Stunden 50 %, nach 16 Stunden 25 %, nach 24 Stunden 12,5 %, nach 32 Stunden 6,25 %. Unter die 10-%-Schwelle fällt die Konzentration also erstmals nach vier Halbwertszeiten, das heißt nach 32 Stunden.
Bei Kinetik 1. Ordnung bleibt nach n Halbwertszeiten (½)ⁿ übrig. Nach drei t½ sind es noch 12,5 % – über der Schwelle. Erst der vierte Schritt bringt die Konzentration auf 6,25 % und damit unter 10 %. Dieselbe Logik steckt hinter der Faustregel, dass eine Substanz nach 4–5 Halbwertszeiten praktisch eliminiert ist: Nach fünf t½ sind noch rund 3 % vorhanden.
Lösung:
Resorption und Bioverfügbarkeit sind nicht dasselbe: Auch eine vollständig resorbierte Substanz muss über die Pfortader durch die Leber und kann dort beim ersten Durchgang großteils metabolisiert werden – die Bioverfügbarkeit F sinkt entsprechend. Wege, die die Pfortader umgehen (sublingual, transdermal, intravenös), vermeiden diese präsystemische Elimination weitgehend.
F = 100 % gilt per Definition nur für die intravenöse Gabe. Oral setzt sich der Verlust aus zwei Faktoren zusammen: unvollständige Resorption und First-Pass-Metabolismus in Darmwand und Leber – hier ist die Resorption vollständig, also erklärt allein der First-Pass die niedrige Bioverfügbarkeit. Gemessen wird das über den AUC-Vergleich von oraler und intravenöser Gabe derselben Dosis D.
Lösung:
Richtig sind die drei Prinzip-Aussagen: Induktion bedeutet mehr Enzym, schnelleren Abbau und sinkende Substratspiegel (Rifampicin als Lehrbuch-Induktor); Hemmung bedeutet blockierten Abbau und steigende Spiegel (Grapefruitsaft an CYP3A4); und die Induktion braucht Zeit, weil Enzymsynthese vorausgeht, während eine Hemmung sofort greift.
Die Richtung ist der häufigste Fehler: Induktion senkt die Spiegel anderer Substrate, Hemmung erhöht sie – nie umgekehrt, und nie in dieselbe Richtung. Zeitlich unterscheiden sich beide ebenfalls: Hemmung wirkt ab der ersten gemeinsamen Gabe, Induktion baut sich über Tage auf und klingt ebenso verzögert ab. Beides ist hier reiner Prüfungsstoff der allgemeinen Pharmakologie, keine Anwendungsregel.
Lösung:
Richtig sind die drei Aussagen zum Grundprinzip: 1. Ordnung heißt konstanter Anteil pro Zeit mit exponentiellem Abfall und konstanter t½; 0. Ordnung heißt konstante Menge pro Zeit, weil das abbauende Enzym gesättigt ist – der Klassiker ist Ethanol –, und eine konstante Halbwertszeit existiert dort nicht.
Anteil vs. Menge ist die Trennlinie: Ein konstanter Anteil erzeugt eine Exponentialkurve, in der sich die t½-Rechnung mit (½)ⁿ anwenden lässt. Eine konstante Menge erzeugt einen linearen Abfall – dort verliert die Halbwertszeit ihren Sinn, weil sie mit der Ausgangskonzentration wächst. Ethanol ist das Standardbeispiel der 0. Ordnung, weil die Alkoholdehydrogenase schon bei niedrigen Konzentrationen gesättigt ist.
Lösung:
Ein Vd weit über dem Körperwasser bedeutet: Nur ein kleiner Teil der Dosis ist im Plasma messbar, der Rest steckt im Gewebe. Vd = D/c₀ ist eine rechnerische Bezugsgröße, kein anatomisches Volumen – deshalb sind Werte über dem realen Körpervolumen kein Widerspruch, sondern das Kennzeichen gewebegängiger, lipophiler Substanzen.
Je kleiner die Plasmakonzentration bei gegebener Dosis, desto größer das rechnerische Vd – die Substanz „fehlt“ im Plasma, weil sie im Gewebe sitzt. Das Gegenteil, ein Vd nahe dem Plasmavolumen, spricht für Verbleib im Blut, etwa durch starke Plasmaproteinbindung: Die gebundene Substanz bleibt im Gefäßsystem und hält die Plasmakonzentration hoch, was Vd klein macht.
Lösung:
Die Zeitskala folgt dem Mechanismus: Ionenkanal öffnen geht in Millisekunden (ionotrop), eine Second-Messenger-Kaskade braucht Sekunden (G-Protein-gekoppelt), und wer Transkription und Translation anstoßen muss (nukleär), wirkt erst nach Stunden – dafür oft anhaltend.
Die Faustregel „je mehr Zwischenschritte, desto länger die Latenz“ trägt durch alle Prüfungsvarianten: direkter Ionenstrom (ionotrop) vor Enzymkaskade (metabotrop, enzymgekoppelt) vor Genexpression (nukleär). Enzymgekoppelte Rezeptoren wie die Rezeptor-Tyrosinkinasen liegen zeitlich dazwischen. Prüfungsrelevant ist auch die Zuordnung der Beispiele: nikotinischer Acetylcholinrezeptor ionotrop, β-Rezeptor G-Protein-gekoppelt, Insulinrezeptor enzymgekoppelt, Steroidhormone nukleär.
Lösung:
Bei Kinetik 1. Ordnung wächst die Elimination proportional zur Konzentration. Bei konstanter Zufuhr steigt der Spiegel deshalb so lange, bis Elimination und Zufuhr gleich groß sind – das Plateau (Steady State). Die Annäherung verläuft in Halbwertszeit-Schritten, weil jede t½ den verbleibenden Abstand zum Plateau halbiert: nach 1 t½ 50 %, nach 2 t½ 75 %, nach 3 t½ 87,5 %, nach 4 t½ 93,75 %, nach 5 t½ rund 97 % des Plateaus. Ab etwa 4–5 t½ gilt das Fließgleichgewicht als praktisch erreicht. Die Dosishöhe kürzt sich aus dieser normierten Betrachtung heraus: Sie bestimmt, wie hoch das Plateau liegt, nicht, wie schnell es erreicht wird – die Zeitkonstante ist allein die Halbwertszeit. Nach dem Ende der Zufuhr fällt der Spiegel in denselben Schritten wieder ab: 50 %, 25 %, 12,5 %, 6,25 %.
Eine vollständige Antwort verbindet drei Elemente: erstens den Mechanismus (Elimination 1. Ordnung wächst mit dem Spiegel, bis sie die Zufuhr einholt), zweitens die Rechnung 50 → 75 → 87,5 → 93,75 → ≈97 % als fortgesetzte Halbierung des Restabstands, drittens die Begründung der Dosis-Unabhängigkeit: In Prozent des Plateaus gerechnet verschwindet die Dosis aus der Gleichung, sie skaliert nur die absolute Höhe. Daraus folgt auch die Kehrseite – Substanzen mit langer Halbwertszeit brauchen entsprechend lange bis zum Fließgleichgewicht und kumulieren über mehrere Tage.
Lösung:
Alle vier binden den Rezeptor, haben also Affinität – sie unterscheiden sich in der intrinsischen Aktivität: Der Vollagonist aktiviert maximal (intrinsische Aktivität 1), der Partialagonist submaximal (zwischen 0 und 1), der neutrale Antagonist gar nicht (0), und der inverse Agonist stabilisiert die inaktive Konformation und senkt die konstitutive Grundaktivität unter das Ausgangsniveau. In Gegenwart eines Vollagonisten konkurriert der Partialagonist um dieselben Rezeptoren: Jeder Rezeptor, den er besetzt, liefert statt der vollen nur noch die submaximale Aktivierung. Die Gesamtwirkung sinkt dadurch in Richtung seines eigenen Maximums – er wirkt funktionell antagonistisch, obwohl er allein gegeben ein Agonist ist.
Die Systematik steht auf zwei Begriffen: Affinität beschreibt die Bindungsstärke, intrinsische Aktivität die Fähigkeit, den gebundenen Rezeptor zu aktivieren. Der neutrale Antagonist blockiert nur die Wirkung von Agonisten und lässt eine konstitutive Grundaktivität unangetastet – genau darin unterscheidet er sich vom inversen Agonisten, der sie aktiv absenkt. Der Verdrängungsmechanismus des Partialagonisten ist ein beliebtes Prüfungsszenario, weil er zeigt, dass „Agonist“ und „Antagonist“ keine festen Etiketten sind, sondern vom Kontext der übrigen Liganden abhängen.
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