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Controlling – Grundlagen

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Controlling heißt nicht Kontrolle. Das englische to control bedeutet steuern und regeln, und genau darum geht es: Ziele festlegen, den Weg dorthin planen, unterwegs messen und rechtzeitig gegensteuern. Der Controller entscheidet dabei nichts. Er sorgt dafür, dass die Person, die entscheidet, weiß, worüber sie entscheidet — mit Zahlen, Szenarien und einem Berichtswesen, das Abweichungen sichtbar macht, solange das Geschäftsjahr noch läuft.

In der Controlling-Klausur wird selten die Definition allein abgefragt. Geprüft wird, ob du Kennzahlen rechnen und interpretieren kannst: den ROI nach dem DuPont-Schema in Umsatzrendite und Kapitalumschlag zerlegen, aus einer Kostenabweichung den Preis- und den Mengenanteil herauslösen, an einem Zusatzauftrag zeigen, warum der Deckungsbeitrag und nicht der Vollkostenpreis entscheidet. Dazu kommen die sauberen Abgrenzungen — operativ gegen strategisch, Effizienz gegen Effektivität, Budget gegen Forecast —, an denen in der Korrektur die meisten Punkte hängen.

Diese Controlling-Zusammenfassung deckt die Themen ab, die in Grundlagenmodulen regelmäßig geprüft werden: Aufgaben und Konzeptionen des Controllings, die Rolle des Controllers, Kennzahlen und Kennzahlensysteme, Budgetierung und Planungsprozess, Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse, Balanced Scorecard, Deckungsbeitragsrechnung und Berichtswesen. Jede Rechnung ist mit konkreten Zahlen durchgerechnet, damit du den Rechenweg und nicht nur das Ergebnis mitnimmst. Lernkarten und Übungsfragen stehen direkt darunter — du kannst alles hier durcharbeiten oder die Inhalte kostenfrei in deinen Learnboost Account übernehmen und dort mit Spaced Repetition, Lernplan und KI-Tutor weiterlernen.

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Zusammenfassung

Controlling verbindet Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung zu einem System der Führungsunterstützung. Der Begriff führt in die Irre: Das englische to control bedeutet steuern und regeln — Kontrolle ist nur eine von mehreren Teilaufgaben. Controlling entscheidet nicht, es macht Entscheidungen begründbar und ihre Wirkung messbar.

Begriff und Aufgaben des Controllings

Die Aufgaben lassen sich in vier Blöcke fassen:

  • Planung: Ziele operationalisieren, den Planungsprozess organisieren, Prämissen und Planungsrechnungen bereitstellen. Für die Planinhalte bleiben die Fachbereiche verantwortlich, das Controlling für Methode und Prozess.
  • Steuerung: aus Abweichungen Maßnahmen ableiten und unterjährig gegensteuern.
  • Kontrolle: Soll-Ist-Vergleiche durchführen und Abweichungsursachen aufdecken, um daraus zu lernen.
  • Informationsversorgung: entscheidungsrelevante Daten verdichten und empfängergerecht bereitstellen.

Theoretisch wird Controlling über zwei Konzeptionen begründet. Die Koordinationsorientierung (Horváth) rückt die Abstimmung von Planungs-, Kontroll- und Informationsversorgungssystem in den Mittelpunkt. Die Rationalitätssicherung (Weber/Schäffer) versteht Controlling als Gegengewicht zu Könnens- und Wollensdefiziten der Führung: Es prüft Annahmen und hält Entscheidungen nachvollziehbar.

Formal ist Controlling ein Regelkreis: Ziele setzen, planen, realisieren, kontrollieren, Abweichungen analysieren, anpassen. Der Planungsprozess führt von der Zielbildung über Problemanalyse, Alternativensuche und Bewertung zur Entscheidung, Durchsetzung und Kontrolle.

Operatives und strategisches Controlling

Die Abgrenzung ist ein Klausurklassiker. Entscheidend sind Zeithorizont, Zielgröße und Datenbasis.

  • Strategisches Controlling ist langfristig ausgerichtet und fragt nach Erfolgspotenzialen: Märkte, Wettbewerbsvorteile, Kompetenzen. Leitfrage ist die Effektivität — die richtigen Dinge tun. Es ist umweltorientiert (Chancen, Risiken, Stärken, Schwächen) und arbeitet auch mit qualitativen Größen bei unsicherer, wenig strukturierter Datenbasis. Instrumente: SWOT- und Portfolio-Analyse, Szenariotechnik, Benchmarking, Frühwarnsysteme, Produktlebenszyklusanalyse.
  • Operatives Controlling ist kurz- bis mittelfristig angelegt — in der Regel das Geschäftsjahr, in der Mittelfristplanung bis etwa drei Jahre — und steuert Erfolg und Liquidität: Gewinn, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität. Leitfrage ist die Effizienz — die Dinge richtig tun. Es stützt sich überwiegend auf monetäre Größen aus dem internen Rechnungswesen. Instrumente: Budgetierung, Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung, Soll-Ist-Vergleich, ABC-Analyse, Break-even-Analyse, Kennzahlensysteme.

Beide Ebenen hängen zusammen: Das strategische Controlling baut Erfolgspotenziale auf, das operative wandelt sie in Ergebnis und Liquidität um; die Balanced Scorecard verbindet beide.

Die Rolle des Controllers

Controller sind betriebswirtschaftliche Berater des Managements, nicht dessen Aufpasser. Das Leitbild der Controller-Verbände formuliert eine klare Arbeitsteilung: Der Manager entscheidet und verantwortet das Ergebnis, der Controller verantwortet die Transparenz über Strategie, Ergebnis, Finanzen und Prozesse — und trägt dadurch Mitverantwortung für die Zielerreichung. Er gestaltet den Führungsprozess, liefert Zahlen und Szenarien, stellt Methoden bereit und widerspricht bei unrealistischen Annahmen; in größeren Unternehmen heißt diese Rolle heute meist Business Partner. Wer nur als Kontrolleur wahrgenommen wird, bekommt gepufferte Planzahlen und erfährt schlechte Nachrichten zu spät — und verliert genau die Informationsbasis, die er braucht.

Kennzahlen und Kennzahlensysteme

Kennzahlen sind verdichtete Zahlen, die quantitativ erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form abbilden. Man unterscheidet absolute Zahlen (Einzelwerte, Summen, Differenzen, Mittelwerte) von Verhältniszahlen (Gliederungs-, Beziehungs- und Indexzahlen). Einzelne Kennzahlen steuern leicht falsch, deshalb ordnet man sie in Systeme.

Das älteste und bekannteste ist das DuPont-Schema von 1919. Es zerlegt den Return on Investment:

ROI = Gewinn / investiertes Kapital = (Gewinn / Umsatz) × (Umsatz / investiertes Kapital) = Umsatzrendite × Kapitalumschlag

Der Umsatz kürzt sich heraus; sichtbar werden dafür zwei getrennte Hebel. Beispiel: Ein Unternehmen erzielt 4.000.000 € Umsatz, ein Betriebsergebnis von 240.000 € und arbeitet mit 2.000.000 € investiertem Kapital.

  • Umsatzrendite = 240.000 € / 4.000.000 € = 6 %
  • Kapitalumschlag = 4.000.000 € / 2.000.000 € = 2
  • ROI = 6 % × 2 = 12 % — Gegenprobe: 240.000 € / 2.000.000 € = 12 %

Der Nutzen zeigt sich, sobald man an einem Hebel zieht. Gelingt es, durch Abbau von Lagerbeständen 400.000 € Kapital freizusetzen, sinkt das gebundene Kapital auf 1.600.000 €. Der Kapitalumschlag steigt auf 4.000.000 € / 1.600.000 € = 2,5, der ROI auf 6 % × 2,5 = 15 % — ohne einen einzigen Euro zusätzlichen Umsatz oder Gewinn. Gegenprobe: 240.000 € / 1.600.000 € = 15 %.

Weitere Steuerungsgrößen des operativen Controllings:

  • EBIT (earnings before interest and taxes): Ergebnis vor Zinsen und Steuern; es macht die operative Ertragskraft unabhängig von Finanzierung und Steuerlast vergleichbar. Aus dem Jahresüberschuss: 100.000 € Jahresüberschuss + 40.000 € Steueraufwand + 30.000 € Zinsaufwand = 170.000 € EBIT (ohne Zinserträge).
  • Umsatzrendite = Ergebnis / Umsatz: Wie viel bleibt von einem Euro Umsatz als Ergebnis übrig? 40.000 € Ergebnis bei 500.000 € Umsatz sind 8 %.
  • Kapitalumschlag = Umsatz / investiertes Kapital: Wie oft wird das eingesetzte Kapital pro Periode umgeschlagen?
  • Cashflow: Zahlungsmittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit und damit Maß der Innenfinanzierungskraft. Vereinfacht indirekt: 120.000 € Jahresüberschuss + 80.000 € Abschreibungen + 10.000 € Zunahme langfristiger Rückstellungen = 210.000 €.
  • Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Bei 900.000 € Umlaufvermögen und 500.000 € kurzfristigen Verbindlichkeiten sind das 400.000 €. Wer Vorräte und Forderungen senkt, setzt Kapital frei und erhöht damit den Kapitalumschlag.

Grenzen: Kennzahlen sind vergangenheitsorientiert, verdichten stark und verdecken dadurch Ursachen, sind über Bilanzpolitik und Bezugsgrößenwahl beeinflussbar und steuern falsch, sobald eine einzelne Zahl zur Zielvorgabe wird.

Budgetierung und Planungsprozess

Ein Budget ist ein wertmäßiger, formalzielorientierter Plan, der einem Verantwortungsbereich für eine Periode verbindlich vorgegeben wird. Es wirkt als Vorgabe-, Koordinations- und Motivationsinstrument und liefert den Maßstab für den Soll-Ist-Vergleich.

Die Aufstellung erfolgt top-down (schnell und konsistent, aber oft ohne Akzeptanz), bottom-up (realistisch und akzeptiert, aber mit Puffern) oder im Gegenstromverfahren: vorläufige Rahmenvorgaben von oben, Konkretisierung von unten, anschließende Abstimmung. Man unterscheidet die Fortschreibungsbudgetierung, die Vorjahreswerte mit Zu- oder Abschlägen weiterführt und damit auch alte Ineffizienzen übernimmt, vom Zero-Base-Budgeting, bei dem jede Aktivität von null aus neu begründet und nach Nutzen priorisiert wird — wirkungsvoller, aber aufwendiger.

Die klassische Jahresbudgetierung steht in der Kritik: hoher Aufwand, schnelle Veralterung in dynamischen Märkten, Anreiz zu Verhandlungspuffern und zu Ausgaben kurz vor Jahresende. Antworten darauf sind Better Budgeting, rollierende Planung mit regelmäßigem Forecast und Beyond Budgeting, das feste Jahresbudgets durch relative, an Benchmarks orientierte Ziele ersetzt.

Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse

Der Soll-Ist-Vergleich stellt Planwerte den realisierten Werten gegenüber. Eine Abweichung ist zunächst nur ein Signal; den Wert liefert erst die Ursachenanalyse. Deshalb wird die Gesamtabweichung in Teilabweichungen zerlegt.

Beispiel Materialkosten: Geplant waren 1.000 kg zu 5,00 €/kg, also 5.000 € Plankosten. Tatsächlich wurden 1.100 kg zu 5,20 €/kg verbraucht, also 5.720 € Istkosten. Die Gesamtabweichung beträgt 720 € (ungünstig).

  • Preisabweichung = (Istpreis − Planpreis) × Istmenge = (5,20 € − 5,00 €) × 1.100 kg = 220 €
  • Verbrauchs- bzw. Mengenabweichung = (Istmenge − Planmenge) × Planpreis = (1.100 kg − 1.000 kg) × 5,00 € = 500 €
  • Summe: 220 € + 500 € = 720 € — die Gesamtabweichung ist damit vollständig erklärt.

Bei dieser kumulativen Methode steckt die Abweichung zweiten Grades in der Preisabweichung. Weist man sie differenziert aus, ergeben sich 200 € reine Preisabweichung, 500 € Mengenabweichung und 20 € Abweichung zweiten Grades. Die Aufspaltung ist keine Rechenübung: Die Preisabweichung führt zum Einkauf, die Verbrauchsabweichung in die Fertigung — zu Ausschuss, Maschineneinstellung oder Materialqualität. In der flexiblen Plankostenrechnung kommt die Beschäftigungsabweichung hinzu; sie entsteht, wenn Fixkosten auf eine geringere Istmenge verrechnet werden, und macht Leerkosten sichtbar.

Zeitlich unterscheidet man Feedback-Kontrolle, die das Ist nach Periodenende mit dem Soll vergleicht und vergangenheitsorientiert wirkt, von der Feedforward-Kontrolle, die eine erwartete Entwicklung (Forecast) gegen das Ziel stellt und Gegensteuern erlaubt, solange die Periode läuft.

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard von Kaplan und Norton übersetzt die Strategie in ein ausgewogenes Zielsystem und ergänzt finanzielle um nicht-finanzielle Kennzahlen. Vier Perspektiven:

  • Finanzperspektive: Wie sehen uns die Kapitalgeber? Etwa ROI, EBIT, Cashflow.
  • Kundenperspektive: Wie sehen uns die Kunden? Etwa Marktanteil, Kundenzufriedenheit, Wiederkaufrate.
  • Interne Prozessperspektive: Worin müssen wir uns auszeichnen? Etwa Durchlaufzeit, Fehlerquote, Termintreue.
  • Lern- und Entwicklungsperspektive: Wie sichern wir Veränderungs- und Wachstumsfähigkeit? Etwa Qualifizierungsquote, Fluktuation, Innovationsrate.

Der Kern ist nicht die Vierteilung, sondern die Ursache-Wirkungs-Kette: Qualifizierte Mitarbeitende verbessern Prozesse, bessere Prozesse erhöhen die Kundenzufriedenheit, die sich im Finanzergebnis niederschlägt. Zu jedem Ziel gehören Kennzahl, Vorgabewert und Maßnahme — fehlen sie, bleibt die Scorecard eine Kennzahlensammlung ohne Steuerungswirkung.

Deckungsbeitragsrechnung als Steuerungsinstrument

Die Teilkostenrechnung rechnet den Produkten nur die variablen Kosten zu. Der Stückdeckungsbeitrag ist db = Preis − variable Stückkosten, der Gesamtdeckungsbeitrag DB = db × Absatzmenge; das Betriebsergebnis ergibt sich als DB − Fixkosten. Beispiel: 50 € Preis, 30 € variable Stückkosten, also 20 € Stückdeckungsbeitrag. Bei 10.000 Stück ergibt das 200.000 € Deckungsbeitrag; bei 150.000 € Fixkosten bleibt ein Betriebsergebnis von 50.000 €. Die Break-even-Menge beträgt 150.000 € / 20 € = 7.500 Stück.

Für kurzfristige Entscheidungen ist der Deckungsbeitrag die relevante Größe, nicht der Vollkostenpreis: Ein Zusatzauftrag lohnt sich bei freier Kapazität, sobald der Deckungsbeitrag positiv ist, weil die Fixkosten ohnehin anfallen. Bei einem Engpass entscheidet der relative Deckungsbeitrag je Engpasseinheit: Ein Produkt mit 20 € Deckungsbeitrag und 4 Minuten Maschinenzeit bringt 5 € je Minute, ein Produkt mit 12 € Deckungsbeitrag und 2 Minuten dagegen 6 € je Minute — also wird das zweite Produkt vorgezogen, obwohl sein absoluter Deckungsbeitrag niedriger ist.

Berichtswesen

Das Berichtswesen ist die systematische Aufbereitung und Weitergabe entscheidungsrelevanter Informationen. Man unterscheidet Standardberichte (regelmäßig, fester Aufbau), Abweichungsberichte (ausgelöst durch Überschreiten einer Toleranzgrenze, nach dem Prinzip Management by Exception) und Bedarfs- oder Ad-hoc-Berichte für einmalige Fragestellungen. Es gilt: Empfängerorientierung, Wesentlichkeit, Aktualität, Verständlichkeit, Vergleichbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Beispiel-Lernkarten

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Was ist Controlling – und warum ist „Kontrolle“ eine irreführende Übersetzung?

Controlling ist Führungsunterstützung: Es koordiniert Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung, damit die Unternehmensziele erreicht werden. Das englische to control heißt steuern und regeln; Kontrolle ist nur eine Teilaufgabe von mehreren.

Nenne die vier Kernaufgaben des Controllings.

Planung (Ziele operationalisieren, Planungsprozess und Methoden verantworten), Steuerung (Maßnahmen ableiten und unterjährig gegensteuern), Kontrolle (Soll-Ist-Vergleiche, Abweichungsursachen) und Informationsversorgung (entscheidungsrelevante Daten verdichten und empfängergerecht bereitstellen).

Welche Aussage zum Verhältnis von Controlling und Kontrolle trifft zu?

  • ✓ Kontrolle ist eine Teilaufgabe des Controllings; der Schwerpunkt liegt auf Planung, Steuerung und Informationsversorgung
  • Controlling und Kontrolle sind Synonyme
  • Controlling ist die deutsche Bezeichnung für die interne Revision
  • Kontrolle kommt im Controlling nicht vor, weil sie ausschließlich Aufgabe der Geschäftsführung ist

Was besagen die Konzeptionen „Koordination“ und „Rationalitätssicherung“?

Koordinationsorientiert (Horváth): Controlling stimmt Planungs-, Kontroll- und Informationsversorgungssystem aufeinander ab. Rationalitätssicherung (Weber/Schäffer): Controlling gleicht Könnens- und Wollensdefizite der Führung aus, prüft Annahmen und hält Entscheidungen nachvollziehbar.

Grenze operatives und strategisches Controlling voneinander ab.

Strategisch: langfristig, Aufbau und Sicherung von Erfolgspotenzialen, Leitfrage Effektivität („die richtigen Dinge tun“), umweltorientiert, auch qualitative Größen bei unsicherer Datenbasis. Operativ: kurz- bis mittelfristig, Steuerung von Erfolg und Liquidität, Leitfrage Effizienz („die Dinge richtig tun“), überwiegend monetäre Größen aus dem internen Rechnungswesen.

„Die richtigen Dinge tun“ – welcher Controlling-Ebene ist diese Leitfrage zugeordnet?

  • ✓ Strategisches Controlling (Effektivität)
  • Operatives Controlling (Effizienz)
  • Beiden gleichermaßen, weil es keine Abgrenzung gibt
  • Dem Berichtswesen

Welche Instrumente gehören typischerweise zum strategischen Controlling?

  • ✓ SWOT-Analyse
  • ✓ Portfolio-Analyse
  • ✓ Szenariotechnik
  • Monatlicher Soll-Ist-Vergleich der Kostenstellen
  • Break-even-Analyse

Welche Instrumente gehören typischerweise zum operativen Controlling?

  • ✓ Budgetierung
  • ✓ Deckungsbeitragsrechnung
  • ✓ ABC-Analyse
  • ✓ Soll-Ist-Vergleich
  • Produktlebenszyklusanalyse

Wie ist die Rolle des Controllers definiert?

Als betriebswirtschaftlicher Berater und Business Partner des Managements, nicht als Kontrolleur. Der Manager entscheidet und verantwortet das Ergebnis; der Controller verantwortet die Transparenz über Strategie, Ergebnis, Finanzen und Prozesse und trägt dadurch Mitverantwortung für die Zielerreichung.

Ein Bereichsleiter überschreitet sein Budget deutlich. Was ist Aufgabe des Controllers?

  • ✓ Die Abweichung transparent machen, Ursachen analysieren und Handlungsoptionen aufzeigen
  • Über die Budgetüberschreitung entscheiden, also sie genehmigen oder ablehnen
  • Den Bereichsleiter personalrechtlich sanktionieren
  • Das Budget eigenständig anheben, damit die Abweichung verschwindet

Was ist eine Kennzahl, und welche Arten unterscheidet man?

Eine verdichtete Zahl, die einen quantitativ erfassbaren Sachverhalt in konzentrierter Form abbildet. Man unterscheidet absolute Zahlen (Einzelwerte, Summen, Differenzen, Mittelwerte) und Verhältniszahlen (Gliederungs-, Beziehungs- und Indexzahlen).

Wie ist der ROI definiert und was sagt er aus?

ROI = Gewinn (Betriebsergebnis) / investiertes Kapital. Er misst die Verzinsung des eingesetzten Kapitals und macht Bereiche unterschiedlicher Größe vergleichbar, weil er das Ergebnis ins Verhältnis zum Kapitaleinsatz setzt.

Wie zerlegt das DuPont-Schema den ROI?

ROI = (Gewinn / Umsatz) × (Umsatz / investiertes Kapital) = Umsatzrendite × Kapitalumschlag. Der Umsatz kürzt sich heraus, dadurch werden zwei getrennte Hebel sichtbar: die Marge und die Kapitalbindung.

Die Umsatzrendite beträgt 6 %, der Kapitalumschlag 2. Wie hoch ist der ROI?

  • ✓ 12 %
  • 8 %
  • 3 %
  • 6 %

Der Umsatz beträgt 4.000.000 €, das investierte Kapital 1.600.000 €. Wie hoch ist der Kapitalumschlag?

  • ✓ 2,5
  • 2,0
  • 0,4
  • 4,0

Bei 500.000 € Umsatz wird ein Betriebsergebnis von 40.000 € erzielt. Wie hoch ist die Umsatzrendite?

  • ✓ 8 %
  • 12,5 %
  • 4 %
  • 0,8 %

Ein Unternehmen baut Lagerbestände ab; Umsatz und Gewinn bleiben unverändert. Wie wirkt das im DuPont-Schema?

  • ✓ Der Kapitalumschlag steigt, dadurch steigt der ROI
  • Die Umsatzrendite steigt, dadurch steigt der ROI
  • Der Kapitalumschlag sinkt, dadurch sinkt der ROI
  • Der ROI bleibt unverändert, weil der Gewinn gleich bleibt

Was ist das EBIT und wozu dient es?

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (earnings before interest and taxes). Es blendet Finanzierungsstruktur und Steuerlast aus und macht die operative Ertragskraft vergleichbar. Ermittlung aus dem Jahresüberschuss: Jahresüberschuss + Steueraufwand + Zinsaufwand − Zinserträge.

Was sagt der Cashflow aus, und wie ermittelt man ihn indirekt?

Er misst den Zahlungsmittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit und damit die Innenfinanzierungskraft; er ist weniger bilanzpolitisch beeinflussbar als der Jahresüberschuss. Indirekt: Jahresüberschuss + zahlungsunwirksame Aufwendungen (z. B. Abschreibungen, Zunahme langfristiger Rückstellungen) − zahlungsunwirksame Erträge.

Jahresüberschuss 120.000 €, Abschreibungen 80.000 €, Zunahme langfristiger Rückstellungen 10.000 €. Wie hoch ist der vereinfacht indirekt ermittelte Cashflow?

  • ✓ 210.000 €
  • 200.000 €
  • 120.000 €
  • 30.000 €

Was ist das Working Capital, und warum steuert man es?

Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Es zeigt, wie viel Kapital im laufenden Geschäft gebunden ist. Wer Vorräte und Forderungen senkt oder Zahlungsziele bei Lieferanten nutzt, setzt Kapital frei — das erhöht den Kapitalumschlag und damit den ROI.

Das Umlaufvermögen beträgt 900.000 €, die kurzfristigen Verbindlichkeiten 500.000 €. Wie hoch ist das Working Capital?

  • ✓ 400.000 €
  • 1.400.000 €
  • 500.000 €
  • 1,8

Welche Grenzen haben Kennzahlen?

  • ✓ Sie sind überwiegend vergangenheitsorientiert
  • ✓ Starke Verdichtung kann Ursachen verdecken
  • ✓ Einzelne Kennzahlen als Zielvorgabe können zu Fehlsteuerung führen
  • ✓ Sie sind über Bilanzpolitik und die Wahl der Bezugsgröße beeinflussbar
  • Sie ersetzen die Zieldefinition des Managements

Was ist ein Budget?

Ein wertmäßiger, formalzielorientierter Plan, der einem Verantwortungsbereich für eine Periode verbindlich vorgegeben wird. Er wirkt zugleich als Vorgabe-, Koordinations- und Motivationsinstrument und liefert den Maßstab für den späteren Soll-Ist-Vergleich.

Was kennzeichnet das Gegenstromverfahren der Budgetierung?

  • ✓ Vorläufige Rahmenvorgaben von oben, Konkretisierung durch die Bereiche, anschließende Abstimmung
  • Die Bereiche melden ihre Budgets, die Leitung übernimmt sie unverändert
  • Die Geschäftsleitung gibt die Budgets ohne Rückmeldung aus den Bereichen vor
  • Jede Budgetposition wird jedes Jahr von null aus neu begründet

Welche Kritikpunkte werden an der klassischen Jahresbudgetierung genannt?

  • ✓ Hoher Erstellungs- und Abstimmungsaufwand
  • ✓ Budgets veralten in dynamischen Märkten schnell
  • ✓ Anreiz zu Verhandlungspuffern und zu Ausgaben kurz vor Jahresende
  • Sie macht eine Abweichungsanalyse grundsätzlich unmöglich

Was unterscheidet Zero-Base-Budgeting von der Fortschreibungsbudgetierung?

Die Fortschreibung führt Vorjahreswerte mit Zu- oder Abschlägen weiter und übernimmt dadurch auch alte Ineffizienzen. Beim Zero-Base-Budgeting wird jede Aktivität von null aus neu begründet und nach Nutzen priorisiert — wirkungsvoller, aber deutlich aufwendiger.

Was unterscheidet Feedback- von Feedforward-Kontrolle?

Feedback vergleicht das Ist nach Periodenende mit dem Soll und wirkt vergangenheitsorientiert. Feedforward stellt eine erwartete Entwicklung (Forecast) gegen das Ziel und erlaubt Gegensteuern, solange die Periode noch läuft.

Wie berechnet man Preis- und Verbrauchsabweichung?

Preisabweichung = (Istpreis − Planpreis) × Istmenge. Verbrauchs- bzw. Mengenabweichung = (Istmenge − Planmenge) × Planpreis. Bei dieser kumulativen Methode ergibt die Summe genau die Gesamtabweichung; die Abweichung zweiten Grades steckt dabei in der Preisabweichung.

Geplant waren 1.000 kg zu 5,00 €/kg, verbraucht wurden 1.100 kg zu 5,20 €/kg. Wie hoch ist die Preisabweichung?

  • ✓ 220 €
  • 200 €
  • 500 €
  • 720 €

Welche Perspektiven umfasst die Balanced Scorecard?

  • ✓ Finanzperspektive
  • ✓ Kundenperspektive
  • ✓ Interne Prozessperspektive
  • ✓ Lern- und Entwicklungsperspektive
  • Wettbewerberperspektive

Was ist die Grundidee der Balanced Scorecard?

Sie übersetzt die Strategie in ein ausgewogenes Zielsystem aus vier Perspektiven und verknüpft diese über Ursache-Wirkungs-Ketten: qualifizierte Mitarbeitende verbessern Prozesse, bessere Prozesse erhöhen die Kundenzufriedenheit, die sich im Finanzergebnis niederschlägt. Zu jedem Ziel gehören Kennzahl, Vorgabewert und Maßnahme — sonst bleibt es eine Kennzahlensammlung.

Wie berechnet man Stückdeckungsbeitrag, Gesamtdeckungsbeitrag und Break-even-Menge?

db = Preis − variable Stückkosten; DB = db × Absatzmenge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten; Break-even-Menge = Fixkosten / db. Beispiel: 50 € − 30 € = 20 € Stückdeckungsbeitrag; bei 150.000 € Fixkosten liegt der Break-even bei 7.500 Stück.

Was ist das Berichtswesen, und welche Berichtsarten unterscheidet man?

Die systematische Aufbereitung und Weitergabe entscheidungsrelevanter Informationen. Arten: Standardberichte (regelmäßig, fester Aufbau), Abweichungsberichte (ausgelöst durch Überschreiten einer Toleranzgrenze, Prinzip Management by Exception) und Bedarfs- bzw. Ad-hoc-Berichte. Grundsätze: Empfängerorientierung, Wesentlichkeit, Aktualität, Verständlichkeit, Vergleichbarkeit, Wirtschaftlichkeit.

Übungsfragen

1. Ein Geschäftsbereich erzielt bei 4.000.000 € Umsatz ein Betriebsergebnis von 240.000 €. Das investierte Kapital beträgt 2.000.000 €. Wie hoch ist der ROI?

  • ✓ 12 %
  • 6 %
  • 24 %
  • 2 %

Lösung:

Der ROI beträgt 12 %: 240.000 € / 2.000.000 € = 0,12. Über das DuPont-Schema kommt dasselbe heraus: Umsatzrendite = 240.000 € / 4.000.000 € = 6 %, Kapitalumschlag = 4.000.000 € / 2.000.000 € = 2, also ROI = 6 % × 2 = 12 %.

6 % ist lediglich die Umsatzrendite, also die Marge bezogen auf den Umsatz; der Wert 2 ist der Kapitalumschlag. Erst das Produkt beider Größen ergibt den ROI. In der Klausur lohnt sich die Gegenprobe über die direkte Formel, weil sie einen Rechenfehler in der Zerlegung sofort auffliegen lässt.

2. Erkläre das DuPont-Schema. Zerlege anschließend den ROI eines Unternehmens mit 500.000 € Umsatz, 40.000 € Betriebsergebnis und 250.000 € investiertem Kapital in seine beiden Bestandteile und nenne je einen Hebel, der auf den jeweiligen Bestandteil wirkt.

Lösung:

Das DuPont-Schema ist das erste und bis heute bekannteste Kennzahlensystem. Es erweitert den ROI mit dem Umsatz und zerlegt ihn dadurch in zwei Faktoren: ROI = Gewinn / investiertes Kapital = (Gewinn / Umsatz) × (Umsatz / investiertes Kapital) = Umsatzrendite × Kapitalumschlag.

Für die genannten Zahlen: Umsatzrendite = 40.000 € / 500.000 € = 8 %. Kapitalumschlag = 500.000 € / 250.000 € = 2. Damit ist der ROI = 8 % × 2 = 16 %. Gegenprobe: 40.000 € / 250.000 € = 16 %.

Hebel auf die Umsatzrendite: Preisdurchsetzung, Senkung der variablen Stückkosten oder ein besserer Produktmix. Hebel auf den Kapitalumschlag: Abbau von Vorräten, kürzere Forderungslaufzeiten oder eine höhere Auslastung des Anlagevermögens.

Eine vollständige Antwort nennt (1) die Formel samt Herleitung über die Erweiterung mit dem Umsatz, (2) die beiden ausgerechneten Faktoren mit Ergebnis 16 % inklusive Gegenprobe und (3) je einen konkreten Hebel für Marge und Kapitalbindung. Der eigentliche Nutzen der Zerlegung liegt genau darin: Ein zu niedriger ROI hat entweder ein Margen- oder ein Kapitalbindungsproblem — und beide erfordern völlig unterschiedliche Maßnahmen.

3. Ein Unternehmen erzielt 4.000.000 € Umsatz und 240.000 € Betriebsergebnis bei 2.000.000 € gebundenem Kapital. Durch Abbau von Lagerbeständen sinkt das gebundene Kapital auf 1.600.000 €; Umsatz und Ergebnis bleiben unverändert. Wie hoch ist der ROI danach?

  • ✓ 15 %
  • 12 %
  • 9,6 %
  • 6 %

Lösung:

Der ROI steigt auf 15 %. Die Umsatzrendite bleibt bei 240.000 € / 4.000.000 € = 6 %, der Kapitalumschlag steigt von 2 auf 4.000.000 € / 1.600.000 € = 2,5. Damit gilt: 6 % × 2,5 = 15 %. Gegenprobe: 240.000 € / 1.600.000 € = 15 %.

Der Fall zeigt, warum Working-Capital-Management eine Controlling-Aufgabe ist: Ohne einen Euro zusätzlichen Umsatz oder Gewinn steigt die Kapitalrendite um 3 Prozentpunkte, allein weil weniger Kapital gebunden ist. Der Wert 12 % wäre der Ausgangs-ROI vor dem Lagerabbau, 6 % ist nur die Umsatzrendite.

4. Welche Aussagen zum strategischen Controlling treffen zu?

  • ✓ Es richtet sich auf den Aufbau und die Sicherung von Erfolgspotenzialen.
  • ✓ Seine Leitfrage ist die Effektivität: die richtigen Dinge tun.
  • ✓ Es arbeitet auch mit qualitativen Größen und einer unsicheren, wenig strukturierten Datenbasis.
  • Sein zentrales Instrument ist die monatliche Budgetkontrolle der Kostenstellen.
  • Es steuert vorrangig die kurzfristige Liquidität.

Lösung:

Zutreffend sind die Ausrichtung auf Erfolgspotenziale, die Leitfrage der Effektivität und die Arbeit mit qualitativen Größen bei unsicherer Datenbasis.

Monatliche Budgetkontrolle und Liquiditätssteuerung sind operative Aufgaben: kurzfristig, monetär und auf Erfolg und Zahlungsfähigkeit gerichtet. Das strategische Controlling fragt dagegen, ob das Geschäftsmodell in einigen Jahren noch trägt — mit Instrumenten wie SWOT-, Portfolio- oder Szenarioanalyse.

5. In der Fertigung waren 800 kg Rohstoff zu 12,00 €/kg geplant. Tatsächlich wurden 900 kg zu 12,50 €/kg verbraucht. Wie hoch ist die Preisabweichung?

  • ✓ 450 €
  • 400 €
  • 1.200 €
  • 1.650 €

Lösung:

Preisabweichung = (Istpreis − Planpreis) × Istmenge = (12,50 € − 12,00 €) × 900 kg = 450 €.

400 € ergäben sich, wenn man die Preisdifferenz nur auf die Planmenge bezieht — dann müsste die Abweichung zweiten Grades von 0,50 € × 100 kg = 50 € gesondert ausgewiesen werden. 1.200 € ist die Verbrauchsabweichung (100 kg × 12,00 €), 1.650 € die Gesamtabweichung beider Effekte: 11.250 € Istkosten − 9.600 € Plankosten.

6. Geplant waren 1.000 kg Material zu 5,00 €/kg. Tatsächlich wurden 1.100 kg zu 5,20 €/kg verbraucht. Ermittle die Gesamtabweichung und spalte sie in Preis- und Verbrauchsabweichung auf. Erkläre, warum diese Aufspaltung für die Steuerung wichtig ist.

Lösung:

Plankosten = 1.000 kg × 5,00 € = 5.000 €. Istkosten = 1.100 kg × 5,20 € = 5.720 €. Gesamtabweichung = 5.720 € − 5.000 € = 720 €, also eine ungünstige Abweichung.

Preisabweichung = (5,20 € − 5,00 €) × 1.100 kg = 220 €. Verbrauchsabweichung = (1.100 kg − 1.000 kg) × 5,00 € = 500 €. Probe: 220 € + 500 € = 720 €, die Gesamtabweichung ist vollständig erklärt.

Die Aufspaltung ist steuerungsrelevant, weil die beiden Teilabweichungen in unterschiedlichen Verantwortungsbereichen entstehen: Die Preisabweichung führt zum Einkauf und zur Lage auf dem Beschaffungsmarkt, die Verbrauchsabweichung in die Fertigung — etwa zu Ausschuss, Maschineneinstellung oder Materialqualität. Erst die Zuordnung macht aus einer Zahl eine Maßnahme.

Eine vollständige Antwort enthält (1) Plankosten, Istkosten und Gesamtabweichung, (2) beide Teilabweichungen mit Rechenweg und Probe und (3) die Begründung über die Verantwortungszuordnung. Formal ist die Aufteilung eine Konvention: Bei der hier verwendeten kumulativen Methode wird die Abweichung zweiten Grades (0,20 € × 100 kg = 20 €) der Preisabweichung zugeschlagen. Wer sie differenziert ausweist, kommt auf 200 € Preisabweichung, 500 € Mengenabweichung und 20 € Abweichung zweiten Grades — in der Summe wieder 720 €.

7. Welche Aussagen zur Balanced Scorecard treffen zu?

  • ✓ Sie ergänzt finanzielle Kennzahlen um eine Kunden-, eine interne Prozess- sowie eine Lern- und Entwicklungsperspektive.
  • ✓ Die Perspektiven werden über Ursache-Wirkungs-Ketten miteinander verknüpft.
  • ✓ Zu jedem Ziel gehören eine Kennzahl, ein Vorgabewert und eine Maßnahme.
  • Sie ersetzt die Unternehmensstrategie.
  • Sie verzichtet bewusst auf finanzielle Kennzahlen.

Lösung:

Zutreffend sind die vier Perspektiven, die Verknüpfung über Ursache-Wirkungs-Ketten und die Zuordnung von Kennzahl, Vorgabewert und Maßnahme zu jedem Ziel.

Die Balanced Scorecard setzt eine vorhandene Strategie voraus und übersetzt sie in messbare Ziele; sie entwickelt keine Strategie und ersetzt sie auch nicht. Auf finanzielle Kennzahlen verzichtet sie ebenfalls nicht — die Finanzperspektive bleibt eine der vier Perspektiven, sie wird lediglich um Vorlaufindikatoren ergänzt, die Ergebnisse künftiger Perioden erklären.

8. Ein Produkt kostet in der Vollkostenrechnung 42 € pro Stück (30 € variable Kosten, 12 € anteilige Fixkosten). Ein Kunde bietet einmalig 34 € pro Stück für 2.000 Stück. Die Kapazität ist frei, das Stammgeschäft bleibt unberührt. Wie ist zu entscheiden?

  • ✓ Annehmen: Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 4 €, der Auftrag bringt 8.000 € zusätzlichen Deckungsbeitrag.
  • Ablehnen: Der Preis liegt unter den Vollkosten von 42 € pro Stück.
  • Ablehnen: Es entsteht ein Verlust von 8 € pro Stück, insgesamt 16.000 €.
  • Annehmen: Die Fixkosten sinken durch den Zusatzauftrag um 12 € pro Stück.

Lösung:

Der Auftrag ist anzunehmen. Bei freier Kapazität sind nur die variablen Kosten entscheidungsrelevant: 34 € − 30 € = 4 € Stückdeckungsbeitrag. Bei 2.000 Stück ergibt das 8.000 € zusätzlichen Deckungsbeitrag, der die ohnehin anfallenden Fixkosten weiter deckt und das Betriebsergebnis um genau diesen Betrag verbessert.

Die anteiligen Fixkosten fallen unabhängig vom Zusatzauftrag an und sind für die kurzfristige Entscheidung irrelevant; der scheinbare Stückverlust von 8 € ist ein Artefakt der Vollkostenrechnung. Zwei Einschränkungen gehören in eine vollständige Antwort: Bei ausgelasteter Kapazität müsste der entgangene Deckungsbeitrag des verdrängten Produkts als Opportunitätskosten berücksichtigt werden, und langfristig müssen die Preise die Vollkosten decken, sonst bleibt kein Gewinn.

9. Ein Abteilungsleiter sagt im Planungsgespräch: „Das Controlling will mich doch nur kontrollieren.“ Nimm dazu Stellung. Gehe darauf ein, wie die Rolle des Controllers definiert ist, wie die Verantwortung zwischen Manager und Controller verteilt ist und welche praktische Folge es hat, wenn der Controller im Unternehmen nur als Kontrolleur wahrgenommen wird.

Lösung:

Der Einwand beruht auf einer Fehlübersetzung: Das englische to control heißt steuern und regeln, nicht überwachen. Kontrolle ist nur eine von vier Aufgaben neben Planung, Steuerung und Informationsversorgung.

Der Controller versteht sich als betriebswirtschaftlicher Berater und Business Partner des Managements. Er gestaltet und begleitet den Führungsprozess der Zielfindung, Planung und Steuerung, stellt Methoden bereit, liefert Zahlen und Szenarien und widerspricht bei unrealistischen Annahmen. Die Verantwortung ist dabei geteilt: Der Manager entscheidet und verantwortet das Ergebnis, der Controller verantwortet die Transparenz über Strategie, Ergebnis, Finanzen und Prozesse. Weil die Entscheidungsgrundlage von ihm kommt, trägt er Mitverantwortung für die Zielerreichung — die Entscheidung selbst trifft er nicht.

Wird der Controller als Kontrolleur wahrgenommen, entstehen die bekannten Verhaltenseffekte: Planzahlen werden vorsichtshalber gepuffert, damit sie sicher erreicht werden, schlechte Nachrichten kommen zu spät oder gar nicht, und Abweichungen werden erklärt statt analysiert. Damit verliert das Controlling genau die Datenqualität, auf der seine Steuerungsfunktion beruht.

Eine vollständige Antwort enthält drei Elemente: (1) die Begriffsklärung, dass Controlling steuern bedeutet und Kontrolle nur eine Teilaufgabe ist, (2) die Rollenteilung — Entscheidung und Ergebnisverantwortung beim Manager, Transparenzverantwortung und Mitverantwortung für die Zielerreichung beim Controller — und (3) die praktische Folge in Form gepufferter Planung und verspäteter Information. Wer nur die Definition wiedergibt, ohne die Verhaltenswirkung zu benennen, lässt in der Regel Punkte liegen.

10. Ein Unternehmen weist einen Jahresüberschuss von 120.000 €, Abschreibungen von 80.000 € und eine Zunahme langfristiger Rückstellungen von 10.000 € aus. Wie hoch ist der vereinfacht indirekt ermittelte Cashflow, und was sagt er aus?

  • ✓ 210.000 €; er zeigt den Zahlungsmittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit und damit die Innenfinanzierungskraft.
  • 210.000 €; er entspricht dem Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag.
  • 120.000 €; er entspricht dem Jahresüberschuss.
  • 30.000 €; Abschreibungen und Rückstellungen mindern den Zahlungsmittelbestand.

Lösung:

120.000 € + 80.000 € + 10.000 € = 210.000 €. Der Cashflow misst den Zahlungsmittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit einer Periode und damit die Fähigkeit, Investitionen, Tilgung und Ausschüttungen aus eigener Kraft zu finanzieren.

Abschreibungen und die Zunahme langfristiger Rückstellungen mindern den Jahresüberschuss, sind aber nicht zahlungswirksam und werden deshalb hinzugerechnet — nicht abgezogen. Der Cashflow ist außerdem eine Stromgröße der Periode und nicht der Kassenbestand am Stichtag; die Gleichsetzung mit den liquiden Mitteln ist deshalb falsch, auch wenn der Betrag stimmt. Gegenüber dem Jahresüberschuss hat der Cashflow den Vorteil, dass er sich durch Bilanzpolitik schwerer beeinflussen lässt.

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