Lernpausen richtig nutzen: 7 wissenschaftlich fundierte Tipps für produktiveres Studieren. Erfahre, warum Pausen beim Lernen wichtig sind & wie du sie optimal gestaltest.

TL;DR:
Du kennst das wahrscheinlich: Es ist 23 Uhr, die Klausur rückt bedrohlich näher, dein Kaffeebecher ist längst leer und dein Kopf fühlt sich an wie Watte. Trotzdem bleibst du am Schreibtisch kleben, denn Pausen? Das wäre doch reine Zeitverschwendung, oder? Falsch gedacht. Spoiler-Alert: Genau diese Pausen könnten der Unterschied sein zwischen "Ich bestehe gerade so" und "Wow, eine 1,7 – wie habe ich das geschafft?"
Die Ironie ist, dass wir im Studium ständig über Effizienz reden, aber beim Lernen die eine Sache ignorieren, die wissenschaftlich bewiesen am meisten bringt. Während du dich durch dein drittes Lehrbuch-Kapitel quälst und die Hälfte davon direkt wieder vergisst, könnte dein Gehirn mit strategischen Pausen tatsächlich arbeiten. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann schnall dich an, denn die Neurowissenschaft hat einiges zu erzählen.
Hier kommt die gute Nachricht: Wenn du eine Pause machst, schaltet dein Gehirn nicht auf Standby. Ganz im Gegenteil. Eine Studie des National Institute of Neurological Disorders and Stroke aus dem Jahr 2021 hat etwas Faszinierendes herausgefunden: In kurzen 10-sekündigen Pausen zwischen Übungseinheiten fanden sogenannte "Micro-offline gains" statt. Das bedeutet, dass sich die Leistung der Probanden in den Pausen teilweise stärker verbesserte als während des aktiven Übens. Dein Gehirn wiederholt und festigt das Gelernte also auch dann, wenn du gerade nicht aktiv paukst.
Noch spannender wird es mit dem sogenannten Spacing-Effekt, den Forschende am Max-Planck-Institut für Neurobiologie 2021 genauer unter die Lupe genommen haben. Sie fanden heraus, dass längere Zeitabstände zwischen Lernwiederholungen dazu führen, dass immer wieder dieselben Nervenzellen aktiviert werden, statt ständig neue zu rekrutieren. Das Resultat? Das wiederholte Training derselben neuronalen Verbindungen verankert das Wissen deutlich tiefer im Langzeitgedächtnis. Wenn du mehr über die psychologische Grundlagen effektiver Lernmethoden erfahren möchtest, findest du dort eine umfassende wissenschaftliche Vertiefung.
Übersetzt in deine Studienrealität heißt das: Wenn du drei Stunden am Stück durchpowerst, baust du zwar neue neuronale Verbindungen auf, aber die sind etwa so stabil wie eine WG-Freundschaft nach dem ersten Spülmaschinen-Streit. Mit Pausen hingegen trainierst du dieselben Verbindungen immer wieder, bis sie bombenfest sitzen.
Und dann wäre da noch der Stressfaktor. Ohne Pausen schüttet dein Körper zunehmend Stresshormone aus, die die Gegenspieler der Stoffe sind, die dein Gehirn in den Aufmerksamkeits- und Aufnahmemodus versetzen. Simpel ausgedrückt: Unter Dauerstress kannst du dich schlichtweg nicht konzentrieren. Punkt.
Genug Theorie, jetzt wird es praktisch. Diese sieben Strategien helfen dir, Lernpausen so zu gestalten, dass sie tatsächlich etwas bringen:
Als Faustregel gilt: Für jede gelernte halbe Stunde solltest du etwa 5 Minuten Pause einplanen. Das bedeutet nach 30 Minuten Lernen machst du 5 Minuten Pause, nach 60 Minuten 10 Minuten. Die Universität Paderborn empfiehlt, spätestens nach 90 Minuten eine richtige Pause von 10 bis 15 Minuten einzulegen. Nach etwa vier Stunden intensiven Lernens solltest du dir dann eine längere Erholungspause von ein bis zwei Stunden gönnen.
Warum gerade 90 Minuten? Das hängt mit unseren natürlichen Aufmerksamkeitszyklen zusammen. Dein Gehirn arbeitet in sogenannten Basic Rest Activity Cycles (BRAC), die etwa 90 bis 110 Minuten dauern. Danach braucht es einfach eine Pause, egal wie viel Koffein du reinkippst.
Der größte Fehler beim Lernen? Spontane, unstrukturierte Pausen zu machen, wenn du "eh schon abgelenkt" bist. Das ist ungefähr so effektiv wie zu sagen: "Ich gehe nur dann ins Fitnessstudio, wenn ich mich schon fit fühle." Plane deine Pausen stattdessen fix in deinen Lernplan ein, bevor du überhaupt anfängst. Mehr Tipps zum effektives Zeitmanagement im Studium findest du in unserem ausführlichen Leitfaden.
Nutze dafür gerne digitale Hilfsmittel oder klassische Timer. Das gibt dir ein Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmtheit, was wiederum deine Motivation pusht. Mit KI-gestützten Lernplattformen wie LearnBoost kannst du dir übrigens auch deinen kompletten Lernplan strukturieren und automatisch Pausen integrieren, sodass du nicht ständig selbst die Uhr im Blick haben musst.
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Die beste Pause ist eine bewegte Pause. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität zu funktionellen Veränderungen im Gehirn führt, die sich positiv auf kognitive Prozesse auswirken. Nach einer bewegten Pause steigt deine Aufmerksamkeit wieder deutlich an.
Du musst jetzt nicht gleich einen Marathon laufen. Ein kurzer Spaziergang um den Block, ein paar Dehnübungen, Treppen steigen oder sogar nur ein bisschen Tanzen zu deinem Lieblingssong reichen völlig aus. Hauptsache, du verlässt deinen Schreibtisch und bringst deinen Kreislauf in Schwung. Koordinativ anspruchsvollere Bewegungen wie Jonglieren oder eine Runde Tischtennis sind laut aktueller Forschung sogar noch effektiver für die kognitive Leistungsfähigkeit.
Jetzt kommt der unangenehme Teil: Instagram, TikTok und Co. sind keine echten Pausen für dein Gehirn. Auch wenn du körperlich nicht lernst, arbeitet dein Hirn beim Scrollen auf Hochtouren und verarbeitet ständig neue visuelle und emotionale Reize. Das ist das Gegenteil von Erholung.
Wenn du wirklich regenerieren willst, lass dein Smartphone in der Pause einfach liegen. Ja, wirklich. Komplett. Die Welt dreht sich weiter, versprochen. Und die 47 neuen Stories deiner Kommilitonen können auch noch in zwei Stunden angeschaut werden.
Diese Methode ist ein Klassiker und funktioniert erstaunlich gut: Du lernst 25 Minuten konzentriert, dann machst du 5 Minuten Pause. Nach vier solcher "Pomodoros" gönnst du dir eine längere Pause von 20 bis 30 Minuten.
Der Name kommt übrigens von der tomatenförmigen Küchenuhr, die der Erfinder Francesco Cirillo in den 1980er Jahren benutzte. Die Technik basiert auf der Erkenntnis, dass häufige, kurze Pausen die geistige Agilität und Produktivität deutlich verbessern. Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps, die dir dabei helfen, die Zeit zu tracken, sodass du nicht ständig selbst auf die Uhr schauen musst. Wenn du tiefer in diese bewährte Methode einsteigen möchtest, lies unseren detaillierten Artikel zur Pomodoro-Technik.
Nicht jede Pause muss gleich aussehen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Erholung. Aktive Erholung bedeutet Bewegung, frische Luft, soziale Interaktion. Passive Erholung wäre zum Beispiel kurz die Augen schließen, meditieren oder Musik hören.
Beide haben ihre Berechtigung, je nachdem, wie erschöpft du bist. Nach intensiven 90-Minuten-Sessions bietet sich aktive Erholung an. Zwischendurch können aber auch kurze passive Pausen Wunder wirken. Das Wichtigste: Achte darauf, was dein Körper gerade braucht. Fühlst du dich träge und müde? Dann raus an die frische Luft. Bist du überreizt und gestresst? Dann hilft vielleicht eher eine kurze Meditation oder ruhige Musik.
Hier kommt ein psychologischer Kniff: Betrachte Pausen nicht als notwendiges Übel oder gar als Zeitverschwendung, sondern als wohlverdiente Belohnung für deine Lernleistung. Das klingt banal, macht aber einen riesigen Unterschied in deiner Einstellung.
Wenn du Pausen als Belohnung siehst, fällt es dir leichter, in den Lernphasen wirklich fokussiert zu bleiben. Du weißt: "In 25 Minuten kann ich mir einen Kaffee holen und kurz durchatmen." Diese positive Verknüpfung hilft dir, das schlechte Gewissen loszuwerden, das viele beim Pause machen haben. Spoiler: Dieses schlechte Gewissen ist komplett unbegründet, wie wir jetzt wissen.
Was solltest du nun konkret in deiner Pause machen? Hier eine Sammlung bewährter Aktivitäten:
Frische Luft: Fenster auf oder noch besser, raus ins Freie. Sauerstoff pusht dein Gehirn und hilft beim Wachbleiben. Ein kurzer Spaziergang um die Ecke wirkt oft Wunder.
Snacks und Hydration: Dein Gehirn braucht Energie. Ein gesunder Snack wie Nüsse, Obst oder ein Müsliriegel plus ein großes Glas Wasser halten dich fit. Vermeide dabei Zuckerbomben, die dich nach dem kurzen High nur noch müder machen.
Soziale Interaktion: Ein kurzes Gespräch mit Mitbewohnenden oder ein Anruf bei Freunden kann erstaunlich erfrischend sein. Aber Achtung: Setze dir ein Zeitlimit, sonst wird aus der 5-Minuten-Pause schnell eine Stunde Quasseln.
Musik: Ein, zwei Lieblingssongs in voller Lautstärke können die Stimmung heben und neue Energie geben. Forschungen zeigen, dass Musik die Ausschüttung von Dopamin fördert.
Mini-Workout: Ein paar Jumping Jacks, Liegestütze oder Yoga-Übungen bringen den Kreislauf in Schwung. Du musst nicht ins Schwitzen kommen, aber ein bisschen Bewegung schadet nie.
Power Nap: Wenn du wirklich müde bist, kann ein 10-20 Minuten Kurzschlaf wahre Wunder wirken. Länger sollte er nicht dauern, sonst fällst du in den Tiefschlaf und bist danach noch groggy.
Die Frage nach dem perfekten Lernort hängt eng mit deiner Pausengestaltung zusammen. Wenn du in der Bibliothek lernst, sind spontane Bewegungspausen schwieriger umzusetzen als zu Hause. Andererseits bietet die Bib weniger Ablenkungen.
Ein guter Kompromiss: Such dir einen Lernort, von dem aus du schnell ins Freie kommst. Ein Café mit Terrasse, ein Co-Working-Space mit Balkon oder einfach deine Wohnung mit Park nebenan. So kannst du in der Pause wirklich rausgehen, ohne erst 10 Minuten durch Bibliotheksflure zu laufen.
Auch der Lernort selbst sollte regelmäßig wechseln. Studien zeigen, dass verschiedene Lernumgebungen die Gedächtnisbildung unterstützen. Dein Gehirn verknüpft Informationen mit dem Ort, an dem du sie gelernt hast. Je mehr verschiedene Orte, desto mehr Verknüpfungen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wann dein Gehirn am leistungsfähigsten ist, findest du dort wertvolle Einblicke zur optimalen Tageszeit fürs Lernen.
Übrigens: Mit modernen KI-Lerntools wie LearnBoost bist du beim Lernen völlig flexibel. Du kannst dir unterwegs die KI-generierten Zusammenfassungen deiner Vorlesungen anhören, im Park deine Lernkarten im Study Mode wiederholen oder beim Pendeln mit der KI-Podcast-Funktion auditiv lernen. So werden sogar deine Pausen zwischen Lernorten produktiv genutzt, ohne dass du ständig am Schreibtisch kleben musst.
So gut Lernpausen auch sind, es gibt einige typische Fallen, in die fast jeder tappt:
Zu lange Pausen: Wenn deine 5-Minuten-Pause plötzlich zur Stunde wird, verlierst du den Faden und die Motivation, weiterzumachen. Nutze einen Timer, damit du nicht abdriftest.
Zu kurze Pausen: Nur mal kurz aufstehen und sofort weitermachen zählt nicht. Dein Gehirn braucht wirklich diese Minuten, um zu regenerieren. Gib ihm die Zeit.
Passive Pausen vor Bildschirmen: Netflix, Social Media oder Gaming sind keine echten Pausen. Dein Gehirn arbeitet dabei weiter auf Hochtouren. Bildschirmfrei ist das Zauberwort.
Keine Pausen einplanen: Der spontane "Ich mache eine Pause, wenn ich müde bin"-Ansatz funktioniert nicht. Da ist es oft schon zu spät und deine Konzentration im Keller. Plane proaktiv.
Schlechtes Gewissen: Viele Studierende fühlen sich schuldig, wenn sie eine Pause machen. Dabei ist das Gegenteil richtig: Du solltest dich schlecht fühlen, wenn du KEINE Pausen machst, denn dann verschwendest du tatsächlich Zeit mit ineffizientem Lernen.
Ungesunde Snacks: Zuckerbomben und Energy Drinks geben dir einen kurzen Kick, lassen dich dann aber abstürzen. Setze auf gesunde Alternativen.
Soziale Medien checken: Auch wenn du "nur mal kurz" reinschaust, das dopamingetriebene Scroll-Verhalten lässt dich schwer wieder abschalten. Besser: Handy in einen anderen Raum legen.
Wenn du noch mehr praktische Strategien suchst, schau dir unseren Artikel über wie du deine Lernpausen optimal gestaltest an – dort findest du zusätzliche Techniken für Entspannung, Ernährung und Schlaf.
Lass uns ehrlich sein: Die beste Lerntechnik der Welt bringt nichts, wenn dein Gehirn auf dem Zahnfleisch geht. Lernpausen sind keine Zeitverschwendung, sondern der Turbo-Boost für dein Studium. Die Wissenschaft zeigt glasklar: Dein Gehirn lernt in Pausen weiter, festigt Wissen tiefer und macht dich insgesamt effizienter.
Die Ironie ist, dass wir im Studium so viel über Produktivität reden, aber den einen Faktor ignorieren, der am meisten bringt. Statt zehn Stunden durchzupowern und am Ende nur die Hälfte zu behalten, investiere lieber acht Stunden mit strategischen Pausen und veranker das Wissen wirklich langfristig.
Also, beim nächsten Mal, wenn du um 23 Uhr völlig erschöpft über deinen Büchern hängst: Steh auf, geh eine Runde um den Block und gib deinem Gehirn die Chance, das Gelernte zu verarbeiten. Deine Bestnote wird es dir danken. Und wenn du das nächste Mal jemand fragt, warum du schon wieder Pause machst, sag einfach: "Ich lerne gerade. Wissenschaftlich bewiesen."
Wie lange sollte eine Lernpause dauern?
Kurze Pausen sollten 5-10 Minuten dauern, längere Erholungspausen nach 90 Minuten etwa 15 Minuten. Nach vier Stunden intensiven Lernens gönn dir 1-2 Stunden Pause.
Was sollte ich in meiner Lernpause machen?
Sind Lernpausen wirklich wichtig für den Lernerfolg?
Kann ich auch ohne Pausen effektiv lernen?
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"Du kennst das wahrscheinlich: Es ist 23 Uhr, die Klausur rückt bedrohlich näher, dein Kaffeebecher ist längst leer und dein Kopf fühlt sich an wie Wat..."